Denkmal-Serie: Teil acht
Auf den Spuren des Thaler Dichters Ueli Hafner: Der Poesieweg in Holderbank

In einer Serie spüren wir Gedenkstätten im Thal und Gäu nach. Im achten Teil widmen wir uns dem Poesieweg in Holderbank, an dessen Ursprung der 2015 verstorbene Dichter Ueli Hafner steht.

Fränzi Zwahlen
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Ehrenplatz für Ueli Hafner (1920-2015) ist der Startpunkt für die 1. Etappe des Poesiewegs.

Ehrenplatz für Ueli Hafner (1920-2015) ist der Startpunkt für die 1. Etappe des Poesiewegs.

Zvg

Im Jahr 2014 wurde in Holderbank der Poesieweg offiziell eingeweiht. Genau genommen sind das drei unterschiedliche Wanderwege rund um das Dorf. Auf diesen Wanderwegen begegnet man insgesamt 36 Stationen, Lyrik einheimischer, aber auch anderer bekannter Dichter und Autoren. Der Ursprung für die Schaffung des Poesieweges lag in der Person des einheimischen Dichers Ueli Hafner.

Hafner wurde 1920 in Holderbank geboren, wo er sein ganzes Leben verbrachte. Schon während der Schulzeit interessierte er sich für Lyrik und Poesie. Sein grosser Wunsch, Lehrer zu werden, ging nicht Erfüllung, so arbeitete er bis zu seiner Pensionierung in der Uhrenindustrie. 1988 erhielt er einen «Werkpreis für Literatur des Kantons Solothurn».

2015 verstarb der hochgeschätzte Literat mit 95 Jahren. Er verstand es, mittels einer unkomplizierten, poetischen Sprache die Herzen seiner Leserinnen und Leser zu berühren und ihnen die Augen für die Schönheit eines einfachen und naturverbundenen Lebens nahe zu bringen. Zwischen 1974 und 1991 war Hafner mit seinen Texten und Gedichten in Solothurner Mundart auch am Radio zu hören.

Start- und Ausgangspunkt mit Hafners Texten

Ihn zu Ehren wurde 2010 eine Skulptur errichtet. Diese steht an der Verzweigung Römerstrasse-Kirchenfeldstrasse. Sie wurde zum 90. Geburtstag des Poeten eingeweiht. Schon damals verfolgte man die Idee, diese Skulptur zum Ausgangspunkt eines Poesieweges zu machen. Geschaffen hat sie Hans Rogenmoser aus Wiedlisbach.

Zu sehen ist ein geöffnetes Buch, versehen mit einer Feder und einem Buchzeichen. Darauf sitzt eine junge Elster - das alles ist in Bronze gegossen. Die Gegenstände liegen auf einem unbehauenen Jura-Stein, welcher die Herkunft der Dichtkunst Hafners symbolisiert.

Die Vielseitigkeit der Poesie zeigt sich in der Umgebung

Von hier oben aus öffnet sich der Blick in die Landschaft und man ist als Wanderer versucht, die weiteren zehn Stationen der ersten Etappe des Poesieweges mit Mundartgedichten von Ueli Hafner aufzusuchen.

Die zweite Etappe des Poesieweges führt von der Rinderweid zur Römerstrasse, wo weitere Mundart-Autoren zu finden sind; der dritte Teil führt dem Schattenberg entlang zum Schnarzmätteli bis zur Tiefmatt und bietet weitere Gedichte in Hochdeutscher Sprache.