Im Egerkinger Alterszentrum Sunnepark der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG) fand kürzlich im Rahmen der Vortragsserie «enGAGiert» ein Anlass zum Thema «Das Leben mit Demenz – eine Herausforderung für betreuende Angehörige» statt. Der Grossaufmarsch von rund 140 Personen zeigt unter anderem auf, welche Brisanz und Interesse dieses Thema in der Bevölkerung hat. Einige Besucher kamen sogar aus den angrenzenden Kantonen.

Wie gross die Dunkelziffer von Angehörigen ist, die ihren Partner, ihre Eltern oder andere Angehörige, welche an Demenz leiden, zu Hause betreuen, weiss niemand so recht. Eines ist jedoch sicher: Diese Aufgabe ist sowohl für die Betroffenen als auch die Betreuenden eine grosse Herausforderung. Was zu Beginn der Krankheit bei der Betreuung noch gut möglich ist, wird mit der Zeit zu einer immer grösseren Aufgabe und nicht selten zu einer Belastung. Franziska Büttler von «Praxiswissen Demenz» referierte eingangs über die plötzlich auftauchende Veränderungen bei demenzkranken Menschen und wie die Angehörigen eine neue Rolle bekommen. Sie seien nicht mehr der Ehepartner, der Sohn oder die Tochter, nein sie seien eine betreuende Pflegende, so Büttler. Eine Rolle, die geprägt sei von Unsicherheiten, Ängsten, Scham, offenen Fragen oder Machtlosigkeit.

Drei betreuende Angehörige liessen die Zuhörer an ihrer Situation teilhaben, indem sie Beispiele erwähnten, wie es ihnen ergangen ist und wie sie jetzt damit zurechtkommen. Eindrücklich schilderten sie den Anfang der demenziellen Entwicklung und den Zeitpunkt, als sie bemerkten, dass «etwas nicht stimmt». Symptome dafür waren die Vergesslichkeit, der leere Blick, das zum Teil aggressive Verhalten der Betroffenen oder das ständige Abstreiten der Krankheit.

In der anschliessenden Podiumsrunde kamen vonseiten der Zuhörer viel Fragen. In der Diskussion zeigte sich, wie wichtig Unterstützungs- und Entlastungsangebote sind und die Möglichkeiten, Rat und Hilfe einholen zu können. Dazu präsentierte Nadia Leuenberger, Geschäftsstellenleiterin der Schweizer Alzheimervereinigung Kanton Solothurn, die verschiedene Möglichkeiten und Anlaufstellen. Beim anschliessenden Apéro wurde rege weiter diskutiert und weiter Fragen gestellt sowie Informationen eingeholt. Auch fand ein reger Austausch zwischen den Podiumsteilnehmern und den Gästen statt. (rcn)