Gemeindeversammlung

Das Egerkinger Stimmvolk will keinen Emmentaler Spycher im Dorf

Zwischen den zwei Bäumen links im Bild hätte der Spycher gebaut werden sollen.

Zwischen den zwei Bäumen links im Bild hätte der Spycher gebaut werden sollen.

An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am Montagabend stimmte der Egerkinger Souverän über die Anschaffung eines Emmentaler Spycher für Tourismuszwecke ab. Das Resultat war zu erwarten und überraschend zugleich.

13 Stimmbürgerinnen und -bürger hiessen am Montagabend an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung das Investitionsvorhaben «Spycher» in der Höhe von rund 82'500 Franken des Gemeinderats Egerkingen gut. Sie bildeten jedoch die Minderheit in einem vollen Gemeindesaal: Der Souverän lehnte das Vorhaben nämlich mit 81 Gegenstimmen klar und deutlich ab. Er bemängelte in einer knapp einstündigen emotionalen Diskussion mit 15 Wortmeldungen die schlechte Kommunikation im Vorfeld des Projektes, die fehlenden Angaben bezüglich zukünftiger Investitions- und Unterhaltskosten, den Standort sowie die nicht vorhandene «Identifikation» mit dem besagten Emmentaler Spycher.

Seit rund einem Jahr ist der Spycher ein Thema in der Gemeinde Egerkingen: Aus einem Brainstorming über Investitionsmöglichkeiten der eingenommenen Kurtaxen zwischen der Kommission für Kultur, Gesellschaft und Soziales und der Hotellerie in Egerkingen, entstand die Idee zur Anschaffung eines «Historischen Wahrzeichens» im Dorf, welches für Tourismuszwecke verwendet werden könnte. Doch seitdem das Vorhaben an die Öffentlichkeit gelangt ist, trifft es vorwiegend auf Widerstand: Stimmbürger forderten in mehreren Leserbriefen in dieser Zeitung und gar mit Inseraten im «Anzeiger» die Ablehnung des Projektes. Und sie scheinen sich damit Gehör verschafft zu haben. Die Gemeindeversammlung lehnte das Vorhaben entschieden und zweifelsohne ab. Doch das Thema ist noch nicht ganz vom Tisch, im Gegenteil: Bekanntlich hat der Gemeinderat den Spycher bereits für 6500 Franken angekauft. Was geschieht damit? Nimmt sich ein Privater dem Projekt an? Es bleiben Fragen zu klären.

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