An der 16. Generalversammlung der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG) verabschiedeten die Delegierten sowohl den Jahresbericht als auch die Jahresrechnung 2017 diskussionslos und einstimmig. Das vergangene Jahr war geprägt durch die Evaluation des besten Standorts und anschliessend den Erwerb des Grundstücks Grossmatt in Balsthal, wo die GAG ein neues Demenzzentrum Lindenpark zu bauen gedenkt.

Höhere Lohnkosten

Generell wird also das Konzept «ein Betrieb – mehrere Standorte» auch nach dem Aufgeben des Wohnhauses «Stapfenmatt» in Niederbuchsiten beibehalten, hielt Verwaltungsratspräsidentin Johanna Bartholdi fest. Geschäftsleiter Rüdiger Niederer hob einige wesentliche Punkte aus dem Jahresbericht hervor.

Nach der vollständigen Integration der sogenannten Passerellenbetten des Kantonsspitals Olten für Übergangslösungen stellt die GAG nun 168 Betten zur Verfügung. 2017 führte die GAG die Arbeitsbewertung Abakaba sowie damit ein neues Lohnsystem. Weil dabei der Besitzstand gewahrt wird, entstanden – zusammen mit dem zusätzlich benötigten Personal – höhere Lohnkosten, was zu Abweichungen vom Budget führte. Dabei sei zu berücksichtigen, dass «es nicht einfach ist, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den freien Arbeitsmarkt zu finden», und «unter ‹qualifiziert› verstehen wir nicht nur die erforderliche Fachkompetenz, sondern vor allem Sozialkompetenz und Empathie», betonte Niederer.

Projektleiter Patrick Scarpelli berichtete über den Fortgang der Planung beim neuen Demenzzentrum Lindenpark neben dem Hunzikerhof in Balsthal. Zusammen mit allen Involvierten und dem Architekturbüro TrinklerStulaAchille nimmt das Vorhaben Gestalt an. Es sind auch laufend Detailentscheide zu treffen. Vorgesehen ist die Eröffnung des Lindenparks auf Ende 2021.

Ursprünglich war geplant, drei Wohngebäude mit je zwei Etagen in die Parzelle von 18 000 Quadratmeter einzubetten. Neu ist vorgesehen, statt drei nur zwei Wohnhäuser, diese aber dreigeschossig zu bauen. Dadurch erreicht man eine raumplanerisch erwünschte Verdichtung, die etwas höheren Gebäude fügen sich besser ins Ortsbild von Balsthal ein, und auch vom pflegerischen Standpunkt bietet diese Variante ebenfalls Vorteile. Offen bleibt die Option, später ein drittes Haus bei Bedarf in einer weiteren Etappe zu realisieren.

Platz für 78 Bewohner

Die Überbauung unweit der Bahn wird ein prominenter und sichtbarer Standort sein. Nicht nur deshalb wird man grossen Wert auf die Aussenraumgestaltung und die Wahl der verwendeten Baumaterialien legen. Pro Etage sind zwei Wohngruppen vorgesehen, insgesamt also 12 Wohngruppen. Die beiden Wohnungen sind nicht streng getrennt, und auch die Zimmer erlauben eine gewisse Flexibilität.

Diejenigen Wohnungen für Menschen mit Demenz beziehungsweise für ältere Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen umfassen sieben Zimmer. Zusammen mit den Wohnungen für begleitetes Wohnen und der Tages- und Nachtstätte wird der Lindenpark schliesslich 78 Bewohnerinnen und Bewohnern ein neues Zuhause bieten. Die Wohnhäuser werden ergänzt mit einem Mehrzweckgebäude mit einem Säli, Kiosk, Cafeteria und Räumen für das Personal. VR-Präsidentin Bartholdi schloss die Versammlung mit dem Dank an die beteiligten Gemeinden, dass sie hinter der Genossenschaft GAG stehen.