Crémines
Der Sikypark verfehlt 2020 wegen Corona sein Ziel um 23'000 Besucher und sucht nun Spendengelder

Seit Dezember fehlen dem Sikypark in Crémines die Besuchereinnahmen und das Unternehmen läuft mit einem minimalen Aufwand. Die Fixkosten von rund 180'000 Franken im Monat muss er unter anderem mit Spendengeldern finanzieren.

Gülpinar Günes
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Der Sikypark verzeichnete letztes Jahr rund 77'000 Besucher.

Der Sikypark verzeichnete letztes Jahr rund 77'000 Besucher.

zvg

Der Tierrettungspark «Sikypark» in Crémines, gleich nach Gänsbrunnen, verzeichnete letztes Jahr trotz der Coronakrise 77'000 Besucher. Das sind aber 23'000 weniger als sich das junge Unternehmen erhofft hat, wie der neue Geschäftsführer Thomas Fischer auf Anfrage sagt. «Ohne den Lockdown im Frühling hätten wir unser Ziel von 100'000 Besuchern erreichen können.» Der Sikypark wurde erst im August 2018 eröffnet. Seinen Ursprung hat er aus der Raubtierrettung in Subingen und der Siky Ranch in Crémines. Umso schmerzhafter ist die Krise für das Unternehmen, welches heute mehr als zuvor auf Spenden angewiesen ist.

«Nach unserem Aufruf im März haben uns viele Tierfreunde unterstützt», so Fischer. Während der Öffnung im Sommer konnte der Park schliesslich auch davon profitieren, dass viele Leute zu Hause geblieben sind und die Schweizer Pärke erkundet haben. «Die heutige Situation ist aber schon sehr schwierig und wir hoffen sehr, dass wir ab März wieder Besucher empfangen können.»

Teil des Teams in Kurzarbeit

Seit dem erneuten Lockdown im Dezember fehlen dem Park die Einnahmen durch die Besucher. Spenden, Jahresabos und Tierpatenschaften helfen dem Unternehmen, die Fixkosten von täglich 6500 Franken zu bezahlen. Im Einsatz sind eigentlich nur noch die Tierpfleger, um trotz des Lockdowns für das Wohlergehen der Tiere zu sorgen. Ein Teil der Mitarbeiter in der Administration und das ganze Team der Gastronomie sind in Kurzarbeit.

«Die Tiere merken so eigentlich nicht viel von der Krise aber die Besucher fehlen ihnen»

, sagt Fischer. Letztes Jahr seien allerdings einige neu Tiere in den Park gekommen. Das Unternehmen habe 149 Papageien vom Veterinäramt übernommen, welches die Tiere beschlagnahmt hatte. Der Sikypark adoptierte ebenfalls eine Löwin aus einem Tierpark in Deutschland und gab in seiner Auffangstation diversen Wildtieren Obhut. Aktuell beherbergt der Park insgesamt rund 530 Tiere. «Wir schauen optimistisch in die Zukunft», sagt Fischer und betont, dass die Existenz des Parks wegen der Krise nicht in Gefahr sei. Nach der Krise wolle der neue Geschäftsführer den Park und seine Philosophie breiter bekannt machen. «Unsere Mission unterscheidet sich ganz klar von der eines Zoos», so Fischer.

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