In der Alten Kirche in Härkingen findet bis zum 17. Dezember 2017 eine Ausstellung mit Collagen und Malereien statt. Es sind Objekte, die voller Magie und Verzauberung sind.
Die Oltner Malerin Ilse Zeller erzählt in ihren farbintensiven Bildern Geschichten über das Leben selbst.

Man erkennt in ihren dicht bemalten Bildräumen Fragmente von Dingen und Menschen, von Ornamenten und organisch gewachsenen Gegenständen, die in einer surrealen, faszinierenden Art gefangen nehmen. Komponierte Bildräume sind es, die dicht in einander verschachtelt menschliche Zusammenhänge und Hintergründe erschliessen.

Man ortet Details aus dem Leben selbst, Gegenstände, Tiere, Blumen, Menschen, manchmal nur angedeutet in einem bewusst gesetzten Zusammenhang, der neue Rätsel aufgibt. Was ist Zufall in der Wahl der Gegenstände, was bewusst gesetzt aus malerischer Sicht oder aus inhaltlicher?

Für den Betrachter ist dies nicht leicht zu beantworten. Man muss diesen Bildinhalten nachgehen, sie auf sich wirken lassen, damit man ihre ganze Intensität, ihre Spannungsfelder und verrückten Befindlichkeiten erkennen kann. Die Deutung ist in sich geheimnisvoll.

Wirkung auf die Besucher

Man darf vieles offenlassen, visuell geniessen, sich an den Bewegungen und Farben erfreuen und erkennen, dass das Leben unzählige Varianten an Deutungsmöglichkeiten zulässt. Die Besucher tauchen ein in Fantasiewelten, die aber immer reale Motive in ihrem Aufbau präsentieren, und geniessen die lebhaften Wechsel, das Rätselhafte, das in sich Ruhende und das Provozierende.

Zum Blickfang wird das raumhohe Panel im Chorraum, das eine grössere und zwei kleinere chinesische Tänzerinnen aus der Zeit 2000 Jahre vor Christus zeigt, mit zwei Baumfragmenten, die in den Raum stechen, klar, reduziert, geprägt von viel Schönheit und Poesie.

Objekte sprechen alle Sinne an

Eindrücklich sind die Objekte von David Fuhrer aus Glashütten, inszeniert aus Draht, Blech, Holz und anderen Materialien. Er ist ein Objektkünstler, der verzaubert, der es meisterlich versteht, mechanische Abläufe zu kreieren. Seine Objekte haben ein Eigenleben, sie bewegen und verändern sich.

Die Gottesanbeterin, ein vogelähnliches Gebilde aus Draht, bläst in zärtlicher Intensität Seifenblasen in den Raum wie andere Objekte auch. Die grosse Maschine, die im Raum steht, sie nennt sich die Jesus-Maschine, gibt einen lauten Ton von sich und produziert ebenfalls auf Kommando Seifenblasen

Diese Maschine ist in ganz schweren Zeiten entstanden, inmitten von Schmerzen, Ängsten und Zweifeln und gab dem Künstler geheimnisvolle Kraft und Tiefgang sein Leben zu meistern. «Die Himmelfahrt des Elia» begeistert durch die Leichtigkeit des Pferdes, das den Wagen mit der Figur durch den Himmel zieht, «Die magische Hand» bewegt ihre Finger auf der ein Ding sitzt, «Die Gebete der Heiligen» sind ebenfalls von grosser Faszination.

In den Werken von Fuhrer lassen sich biblische Gedanken erkennen, die die Leichtigkeit, das Surreale und Geheimnisvolle dieser Objekte in ihrer Aussage herausspielen. Man taucht ein in philosophische Gedankengänge über das Leben selbst und ist begeistert von der Zartheit der Gestaltung.

Die Luftschiffe im Raum, betonen diesen Zauber und träumen in luftiger Höhe vor sich hin. Es ist dies eine besondere Ausstellung, die voller Kontrast ist und sich doch gegenseitig in der surrealen Lebendigkeit der Dinge berührt. Einmalig und geheimnisvoll.