Dorf im Wandel

Bauzeit in Balsthal: Die Siedlung am Postilliongässli bildet den Auftakt zu mehreren Grossprojekten

Mit der Überbauung neben dem Bahnhof wird der Thaler Hauptort ein Stück urbaner. Die sieben Doppel-Einfamilienhäuser bringen eine Prise Zürich nach Balsthal.

Dass die letzte grosse Wiese im Ortskern Balsthals dereinst überbaut würde, war absehbar. Vieles kommt nun im Perimeter um die Grossmatt auf einmal. Die Zeichen im Thaler Hauptort stehen auf Wandel.

Hielten gestern am Postilliongässli noch Zürcher Investoren den goldenen Spaten in den Händen, werden bald schon die Gemeindevertreter der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG) nebenan auf der Hunzikerwiese gleiches tun. Die Vorarbeiten für den Bau des neuen Demenzzentrums Lindenpark sind weit fortgeschritten. Nach jahrelanger Planung ist der Baustart im Herbst vorgesehen. Und gut hundert Meter weiter nördlich entsteht ebenfalls in naher Zukunft auf dem ehemaligen Sagi-Areal eine neue Siedlung mit insgesamt 39 Mietwohnungen. Auch hier gilt: Im Herbst sollen die Bagger auffahren. Zu guter Letzt will der Kanton ab 2021 die Hautstrasse, die entlang all dieser Bauprojekte führt, sanieren und verbreitern. Wie der Kanton Anfang Juli mitteilte, wird der Verkehr während zwölf Monaten einspurig geführt.

Baustart soll den Verkauf ankurbeln

Bis dahin dürfte die neue Siedlung am Postilliongässli bereits weit fortgeschritten sein. Zwischen Herbst und Winter 2021 sollen die neuen Besitzer der sieben Doppel-Einfamilienhäuser einziehen. Zunächst müssen die Investoren für die modernen Wohnhäuser allerdings Käufer finden. Gemäss Internetwebsite ist derzeit eines der 14 Objekte reserviert, die zwischen 725'000 und 770'000 Franken kosten. Und so sagte Jürg Bircher von der Zürcher Jantas Immobilien AG am Spatenstich denn auch offen, es sei eine «gfröiti» Sache, «dass wir mit dem Bau beginnen können, auch wenn wir noch nicht genügend Liegenschaften verkauft haben».

Bircher hat keine Zweifel, die Doppel-Einfamilienhäuser verkaufen zu können. «Häuser wie diese erleben ein Revival und sind sehr gefragt», so Bircher. «Wir sind überzeugt, dass der Verkauf erst jetzt richtig anläuft, wo wir mit dem Bau beginnen.» Um die Liegenschaften zu vermarkten und zu verkaufen, engagierte Jantas die Oltner Livo AG.

Die Zürcher Immobilienfirma kaufte das Grundstück inklusive ausgereiften Projekts vor rund zwei Jahren. Entwickelt hat dieses das Winterthurer Architekturbüro Gabathuler + Partner. Das «attraktive Projekt» an dieser guten Lage mit Bahnhofanschluss habe sie überzeugt, so Bircher. Die Bewilligung für die Siedlung erhielten die Bauherren ohne Reibungen. Einsprachen hätten keinen Sinn gemacht, sagen Anwohner, die dem Spatenstich beiwohnen. Die Abstände seien eingehalten, da gäbe es nichts zu rütteln. Ein Jahr lang werden sie nun den Baulärm erdulden müssen. Ihre Mienen verraten: Die vielen bevorstehenden Bauprojekte im Ortskern bereiten ihnen Sorge.

«Auch hier entwickelt sich die Zeit»

Neben ihren alten Landhäusern wächst in dieser Zeit eine urbane Siedlung heran. «Die Doppel-Einfamilienhäuser bringen einen anderen Zeitgeist für Balsthal, aber auch hier entwickelt sich die Zeit», sagt Jürg Bircher. Das Wohnen am Postilliongässli werde modern und auf kurze Wege ausgerichtet sein. Zudem seien die Liegenschaften zahlbar für die Familie. In seiner Werbebroschüre richten sich die Verkäufer mit den 5-Zimmer-Wohnungen denn auch an Familien. Sie beinhalten auf 140 Quadratmetern ein Attikageschoss mit Terrasse und einen 40 Quadratmeter grossen Garten. Die Häuser sind so angeordnet, dass gemäss Konzept «ein Maximum an Privatsphäre und Individualität möglich ist».

Mit dem Aushub nahm das ausführende Generalunternehmen Allron aus Sarnen Mitte Juli die Arbeiten auf. Ab August erfolgt der eigentliche Baustart, worauf der Rohbau innerhalb von rund sieben Monaten fertiggestellt sein wird.

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