Thal

Bauern wehren sich weiter wegen Wisent-Ansiedlung – Verein bleibt zuversichtlich

Das Projekt wäre in einer ersten Phase auf fünf Jahre angelegt.

Das Projekt wäre in einer ersten Phase auf fünf Jahre angelegt.

Von ursprünglich fünf Beschwerden gegen die Baubewilligung für den Wisent-Zaun sind zwei verblieben. Der Verein Wisent Thal rechnet mit Verzögerungen, fährt mit den Vorbereitungsarbeiten aber weiter.

Die Gemeinden Balm bei Günsberg und Welschenrohr sowie der Kanton hatten den Weg für die Wisente geebnet und bewilligten den Zaunbau um das 100 Hektaren grosse Gebiet. «Ein Weiterzug nach dem doch deutlichen Verdikt wäre bedauerlich», sagte Stefan Müller-Altermatt, Präsident vom Verein Wisent Thal Anfang März auf Anfrage. Trotzdem – und wenig überraschend – wehrt sich die Gegnerschaft weiterhin gegen das Wisent-Projekt, das in einer ersten Phase auf fünf Jahre angelegt ist.

Wie das Bau- und Justizdepartement auf Anfrage mitteilt, gingen innerhalb der zehntägigen Frist beim Verwaltungsgericht und beim Baudepartement ursprünglich je fünf Beschwerden ein. Drei dieser Beschwerden sind mittlerweile bereits wieder zurückgezogen. «Nachdem wir Verhandlungen führten, konnten wir uns mit drei Beschwerdeführern einigen. Sie haben daraufhin ihre Beschwerde zurückgezogen», sagt Projektleiter Otto Holzgang auf Anfrage. Somit sind nach aktuellem Stand beim Baudepartement und Verwaltungsgericht noch je zwei Beschwerden hängig.

Für das Wisent-Projekt benötigten die Initianten eine Verfügung des Kantons und eine der Gemeinden Balm bei Günsberg und Welschenrohr. Dies, weil es sich um ein Bauanliegen ausserhalb der Bauzone handelt. Das Einspracheverfahren wird dadurch komplexer: Beschwerden zu den kommunalen Baubewilligungen musste die Gegnerschaft beim Bau- und Justizdepartement einreichen; jene zur kantonalen Verfügung gingen direkt an das Verwaltungsgericht. Beim Baudepartement heisst es auf Anfrage, man werde nun das weitere Vorgehen mit dem Verwaltungsgericht besprechen. Denkbar wäre, dass zunächst das Baudepartement die Beschwerden behandelt – denn diese könnten wiederum an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden. Daher mache es womöglich Sinn, wenn das Verwaltungsgericht die Beschwerden gebündelt behandeln würde.

In welchem Fall wird der Versuch gestoppt?

Verblieben sind zwei Beschwerden, die von Bauern stammen, die angrenzend an das geplante Wisent-Testgelände wirtschaften. Dies gibt Edgar Kupper an, der die Landwirte als Assistent des Bauernverbandes und Wortführer der Gegnerschaft unterstützt. «Wir bestreiten unter anderem, dass die Interessensabwägung richtig gemacht wurde», sagt Kupper, der selbst Landwirt und Gemeindepräsident in Laupersdorf ist. Durch das Wisent-Projekt werde auch die freie Zugänglichkeit zum Wald «sehr stark eingeschränkt», so Kupper.

Zudem sei die Forderung der Bauern unerfüllt geblieben, wonach eine vom Kanton gestellte Begleitgruppe das Projekt unter Einbezug der Bauern und weiteren Betroffenen begleiten solle. Bei einem Versuch müssten auch Kriterien festgelegt werden, welche Punkte zu einem Abbruch des Projekts führen würden, argumentieren die Gegner. «Im besten Fall wollen wir, dass die Bewilligung für das unnötige Projekt nicht gegeben wird. Wenn es aber durchgestiert wird, müssen alle Fragen geklärt und bereinigt sein», sagt Kupper.

Mit einer Partei aus dem Zirkel der Landwirte versuchte der Verein Wisent Thal vergeblich, ausserhalb des öffentlichen Verfahrens eine Einigung zu erzielen. «Es ist mit Verzögerungen zu rechnen», sagt Otto Holzgang mit Blick auf die Beschwerden. Der Verein bleibt zuversichtlich: «Wir machen weiter mit den Vorbereitungsarbeiten.»

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