Vor vier Monaten ist die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) von Bern nach Balsthal umgezogen. Hier hat der Hunde-Dachverband grosse Pläne. In den nächsten zwei Jahren soll in der Gewerbezone Moos auf einem Areal von 10'000 Quadratmetern das Kompetenzzentrum Hund entstehen: ein dreistöckiges Gebäude mit ausgedehnten Trainingsanlagen für Ausbildung, Vorführungen und Versammlungen. Investitionssumme: 6,5 Millionen Franken.

Das Projekt heisst Crastachaun (sprich: Crastatschan), was auf Rätoromanisch zugleich «Hundekopf» und «Bergkamm» heisst. Zur Vorstellung dieses «bespielbaren Bergs» mit Naturdach haben sich Hansueli Beer und Andreas Rogger, SKG-Zentralpräsident und -Geschäftsführer, in der neuen Geschäftsstelle eingefunden. Diese befindet sich in einem Provisorium in den einstigen Mondia-Büros an der Sagmattstrasse.

Hier passt alles

«Uns ist es wichtig, ein klares Commitment, ein Bekenntnis, zu Balsthal abzugeben. Mit dem Umzug haben wir auch klare Verhältnisse für unsere Mitarbeiterinnen geschaffen. Fünf von ihnen sind neu», sagt Andreas Rogger. Dass er einem reinen Frauenteam vorsteht, ist Zufall.

Die Delegiertenversammlung am 11. Mai findet bereits in der örtlichen Badmintonhalle statt. Fast drei Jahre hat die SKG nach einem geeigneten Platz für das Zentrum gesucht. Im Rennen waren zeitweilig Grenchen, Olten und die Umgebung Lenzburg. Ende 2017 entdeckte der Zentralpräsident das «Moos»: flaches Gelände und gute Verkehrsanbindung beim öV und Individualverkehr gleichermassen. «Hier passt einfach alles, die Lage, die Unterstützung durch Politik und Behörden», ist SKG-Geschäftsführer Rogger überzeugt.

Derzeit sei man bei vier nebeneinander liegenden Grundstücken in Verhandlung. Klappt alles wunschgemäss, soll die Baueingabe noch dieses Jahr erfolgen und «Crastachaun» für die Delegiertenversammlung im Mai 2021 bezugsbereit sein.

Training für Rettungshunde

Das Zentrum soll neben den Geschäftsräumen der SKG einen Teil der Albert-Heim-Stiftung mit ihrer grossen Hundeschädelsammlung (derzeit im Naturhistorischen Museum Bern) und den Schweizerischen Verein für Such- und Rettungshunde Redog beherbergen.

Im Gebäude (2600 Quadratmeter Fläche) ist eine Mehrzweckhalle für Versammlungen bis 400 Personen geplant, dazu Ladenfläche für Mieter und eine Abwartswohnung. Im Aussenbereich sollen verschiedene Trainingsplätze und eine Freilaufzone Platz finden. Im Fokus steht hier die Trümmerpiste für die Ausbildung der Rettungshunde (2000 Quadratmeter). Die sechs Meter hohe Aussenfassade ermöglicht zudem das Abseiltraining von Hund und Halter.

Vorgesehen sind 86 Parkplätze. «Materialtechnisch und im Aussehen soll sich ‹Crastachaun» an das Gebäude von Naturpark Thal anlehnen. Die Faltungen mit den geneigten Winkeln und das Grasdach stellen sicher, dass es sich harmonisch in das Gelände einfügt», erklärt Andreas Rogger.

Mit dem Architekten, dem Basler Volker Homeier, hat Andreas Rogger bereits früher zusammengearbeitet. Auch finanziell bewege sich das Projekt im Marschplan. Eine Kreditvereinbarung von Bankenseite über 2,5 Millionen Franken stehe, für eine Million seien Darlehen unterschrieben, für eine weitere Million seien Vereinbarungen in Vorbereitung. «Sobald wir 70 Prozent des Geldes beisammen aben, legen wir los», sagt Zentralpräsident Hansueli Beer voller Vorfreude.

Geschäftsführer Andreas Rogger betont: «Die Zusammenarbeit mit den Behörden in Balsthal ist sehr gut, und das ist für das Gelingen ebenso entscheidend.» Besagte Behörden wollen dazu auf Anfrage keine Stellung nehmen. Sie verweisen auf das laufende Verfahren.