Balsthal
Referendum gegen die Umfahrung Klus ist zustande gekommen – Gegner reichen über 2300 Unterschriften ein

Das Thaler Komitee «Nein zur 81-Millionen-Luxusstrasse» hat am Dienstag das Referendum gegen die Umfahrung Klus mit 2324 Unterschriften eingereicht. «So nicht!» sagen die Unterzeichnenden zum aktuellen Projekt. Ein wesentlicher Teil der Unterschriften stammt aus dem Thal.

Joel Dähler
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Die geplante Strasse im Wohnquartier Guntenfluh von Süden gegen Norden: Die Liegenschaft im Hintergrund soll für das Bauprojekt abgerissen werden.

Die geplante Strasse im Wohnquartier Guntenfluh von Süden gegen Norden: Die Liegenschaft im Hintergrund soll für das Bauprojekt abgerissen werden.

Zvg

Das Thaler Komitee «Nein zur 81-Millionen-Luxusstrasse» hat am Dienstagvormittag ein Referendum mit 2324 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht. Trotz erschwerten Bedingungen aufgrund der Coronapandemie kamen innert 90 Tagen deutlich mehr Unterschriften zusammen als nötig.

«Das aktuelle Projekt ist zu teuer, sinnlos und schädlich»,

sagen die Gegner. Ein Wohnquartier würde mit der geplanten Umfahrung zerschnitten und mit mehr Lärm und Schadstoffen belastet. Zudem bedrohe das Projekt die sensible Landschaft im Naturpark Thal und gerade in Zeiten des Klimawandels würde sich so ein Projekt querstellen, befürchtet das Referendumskomitee. «So nicht!» sagen deshalb die Unterzeichnenden zum Bauprojekt der Umfahrung Thal-Klus.

Unter anderem soll die Liegenschaft Guntenfluhweg 9/11 abgerissen werden.

Unter anderem soll die Liegenschaft Guntenfluhweg 9/11 abgerissen werden.

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Mehrheit der Unterschriften aus dem Thal

Mit 826 Unterschriften wurden mehr als 55 Prozent der benötigten 1500 Unterschriften im vom Umfahrungsprojekt betroffenen Bezirk Thal gesammelt. Bauern, Gewerbetreibende, Pendler, Umweltschützer oder Behördenvertreter etc. – die Unterschriften stammen aus verschiedenen Kreisen. Dies zeige einen breiten Widerstand gegen die Verkehrsanbindung Thal.

«Die vielen Unterschriften aus dem Thal zeigen die breite Skepsis gegenüber diesem sinnlosen Projekt»,

so das Komitee.

Karikatur zum Bauvorhaben.

Karikatur zum Bauvorhaben.

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Mehr Ablehnung als Zustimmung

Das Referendumskomitee zeigt sich verwundert über die Kommunikation der Befürworter. So sollen laut Protokollen der Thaler Gemeindeversammlungen insgesamt bereits 188 Personen aus den Gemeinden Aedermannsdorf, Herbetswil, Laupersdorf, Mümliswil und Welschenrohr-Gänsbrunnen dem Projekt zugestimmt haben. Dem gegenüber stellt das Referendumskomitee nun 826 Unterschriften alleine aus dem Thal, also ein Vielfaches mehr an Thalerinnen und Thaler, die sich gegen dieses Projekt aussprechen. «Wenn ein Projekt beim Standort selbst dermassen umstritten ist, wäre es Zeit einzusehen, dass es ungenügend ist», kommentiert das Thaler Komitee die Anzahl zusammengetragener Unterschriften.

Zunahme des Transitverkehrs befürchtet

Das Thal biete eine hervorragende Wohnlage und sei eine attraktive Region für Erholung und sanften Tourismus. Mit der Kapazitätserweiterung durch die neue Umfahrungsstrasse befürchte man jedoch eine Zunahme des LKW-Transitverkehrs. Gemäss dem Referendumskomitee bedeutet dies eine zusätzliche Belastung für die Thaler Gemeinden.

In den Dörfern wäre der Schulweg über die Hauptstrasse noch gefährlicher, man rechne mit mehr Lärm, schlechterer Luft und weniger Lebensqualität. Das Thaler Komitee: «Wir hoffen, dass sich die Solothurner Stimmbevölkerung mit den Thalerinnen und Thalern solidarisch zeigt und das vorliegende Projekt ablehnt.»