Mümliswil

Aus zwei, mach eins: Zeichen für Fusion der Turnvereine stehen günstig

Der Turnverein Mümliswil am kantonalen Turnfest 2016 in Thun. Danach begannen die Männer gemeinsam zu trainieren.

Der Turnverein Mümliswil am kantonalen Turnfest 2016 in Thun. Danach begannen die Männer gemeinsam zu trainieren.

Es war ein jahrelanges Hin und Her: Nun haben sich der «Turnverein Mümliswil» und der «Katholische Turnverein St. Martin» endlich zusammengeschlossen.

Die Tage, an denen es zwei Turnvereine im Guldental gibt, sind bald gezählt. Am 24. März werden der Katholische Turnverein St. Martin (KTV) und der Turnverein Mümliswil (TVM) fusionieren beziehungsweise einen neuen Verein gründen: den Turn- und Sportverein Mümliswil-Ramiswil (TSV).

Das wurde auch höchste Zeit, werden sicherlich viele Einheimische denken. «Vor mehreren Jahren wurde schon einmal ein Versuch gestartet», weiss Remo Bader. «Dieser scheiterte dann aber.» Bader wird gemeinsam mit Nadine Schmid den neuen Verein im Co-Präsidium leiten. Die Zeit sei schlicht nicht reif dafür gewesen, obwohl man schon länger immer wieder über eine Fusionierung sprach.

Projektgruppe erarbeitete Lösungsvorschlag

Allerdings nur einige Jahre später wurde klar, dass definitiv Handlungsbedarf besteht. «Im Jahr 2015 diskutierten Urs Ackermann und Marius Füeg, Leiter der gemeinsamen Jugendriege, erstmals über die Zukunft der Aktivriege», erklärt Urs Füeg, Präsident des TVM.

Man habe einander fast ein wenig die Leute weggenommen. «Eine Aktivriege Männer gab es im KTV, aber wir mussten die Leute stets zusammensuchen», ergänzt Bader. «Hingegen fehlte aber auch die Aktivriege bei den Frauen im TVM.»

Der Katholische Turnverein St. Martin war auch bereits in den 50er-Jahren sportlich unterwegs.

Der Katholische Turnverein St. Martin war auch bereits in den 50er-Jahren sportlich unterwegs.  

Man kam damals überein, eine Projektgruppe mit Mitgliedern beider Vereine zu gründen, um Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Zugleich befand man, dass mit Stefan Berger ein externer Moderator den Prozess begleiten soll.

«An der ersten Sitzung war es noch etwas laut, an der zweiten war man schon konstruktiver und bei der dritten war der Fall klar», erinnert sich Urs Ackermann, Präsident des KTV. Der Zusammenschluss sei die logische Schlussfolgerung gewesen. Mit der Zusammenlegung der Jugendriege im Jahr 2004 nahm man bereits den ersten Schritt.

Keine ablehnenden Reaktionen

Es habe kein Turnfest gegeben, wo man nicht über eine Fusion diskutierte. «Ein historischer Moment war, als nach dem kantonalen Turnfest 2016 in Thun die Männer begannen, gemeinsam zu turnen», erzählt Bader. Da sei für ihn klar geworden, dass das funktioniere.

Ausserdem mache es bedeutend mehr Spass, mit 15 statt nur mit 4 Männern in der Halle zu stehen. Nachdem die Idee in beiden Vereinen präsentiert worden war, rief man die Projektgruppe «Fusion» ins Leben.

Die Initianten hatten zwar im Vorfeld heftige und ablehnende Reaktionen erwartet, glücklicherweise waren diese Befürchtungen jedoch vergebens. Beide Präsidenten können bestätigen: «Es sind nur positive Meldungen zurückgekommen.»

Transparent kommuniziert

Ein entscheidender Faktor sei sicher die transparente Kommunikation gewesen. Das sei beiden Präsidenten wichtig gewesen und wurde konsequent befolgt. Damit war der Weg für die Projektgruppe geebnet.

Diese besteht aus Urs Ackermann, Remo Bader, Stefanie Bieli, Ruedi Boner, Urs Füeg, Charlotte Gentsch, Sebastian Gisler, Marco Hackel, Jacqueline Häner, Cornelia Jeker, Thomas Jeker, Tanja Roth, Nadine Schmid und Jörg Thomann.

«Die Arbeit in der Projektgruppe verlief reibungslos», hält Bader fest. Klar habe es auch Fragen gegeben, die länger diskutiert werden mussten, wie beispielsweise was mit dem Status der Ehrenmitglieder passieren werde. Doch selbst innerhalb der Projektgruppe seien sich die Mitglieder in allen Punkten einig gewesen.

«Es war schon fast kitschig, wie harmonisch alles ablief», resümiert Sebastian Gisler. Einzig an die Änderung der Turnzeiten mussten sich einige etwas länger gewöhnen, doch das sei normal und legte sich bald.

Gemeinsamer Turnbetrieb

Die 14-köpfige Projektgruppe wurde von mehreren kleineren Arbeitsgruppen unterstützt, die sich um die Technik, Statuten, Finanzen, Fahne und Weiteres kümmerte. «Im ersten Jahr werden alle bisherigen Veranstaltungen mit Ausnahme des Theaters durchgeführt. Danach wird man Bilanz ziehen», erklärt Charlotte Gentsch. Die Projektgruppe hält fest: «Es gibt keine einzelne treibende Kraft, alle zogen mit.»

Wichtig sei jedoch gewesen, dass die beiden Präsidenten mitarbeiteten und motivierten. Ein Glücksfall war ebenfalls, dass schon früh feststand, wer den neuen Verein leiten wird. «Mit Remo und Nadine haben wir ein ‹Dream-Team› gefunden», findet Füeg. Es sei wirklich ein Zusammenwachsen gewesen, da immer zwei aus beiden Vereinen zusammenarbeiteten.

«Der Verein läuft eigentlich schon», bemerkt Ruedi Boner. In der Tat startete der gemeinsame Turnbetrieb Anfang Jahr. Jetzt fehle lediglich noch der offizielle Teil, um den Verein zu gründen. Neu wird der Verein insgesamt rund 280 Mitglieder zählen.

Bader hält sich bewusst zurück mit definierten Zielen. «Es bestehen keine grossen Abweichungen im Sportlichen, wir machen weiter wie bisher», erklärt der Co-Präsident des TSV. Wenn alles gut läuft, werde man über sportliche Ambitionen sprechen können.

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