Kirchgemeinde Egerkingen

Aus Unzufriedenheit mit Pastoralraum wird Budget verworfen

Bleibt die Kirche im Dorf? Diese Frage stellt sich in Egerkingen im wahrsten Sinn des Wortes.

Bleibt die Kirche im Dorf? Diese Frage stellt sich in Egerkingen im wahrsten Sinn des Wortes.

Mit einer Überraschung endete die Budgetgemeindeversammlung der römisch-katholischen Kirchgemeinde in Egerkingen am vergangenen Montag.

Die Versammlung trat gar nicht erst auf das Budget 2016 ein, nachdem sich einige Wortführer dagegen ausgesprochen und ein entsprechender Antrag gestellt worden war.

Auf Anfrage erklärte Kirchgemeindepräsident Dominik Studer, dass es bei der vorgängig geführten Diskussion nicht um das Budget selbst, sondern vielmehr um den Pastoralraum Gäu gegangen sei.

Dabei geht es offenbar um Unzufriedenheiten mit dem Pastoralraum Gäu sowie die geplante Vereinheitlichung des Alters der Firmlinge in den angeschlossenen Gemeinden .

Es habe im Vorfeld auch keine Auffälligkeiten gegeben, die auf einen solchen Ausgang der Versammlung hingedeutet hätten, berichtet Studer. Ausser, dass 38 Personen zur Versammlung erschienen seien. Im Normalfall seien dies maximal 10 bis 15 Personen, so Studer.

Er habe den Eindruck, dass die Votanten offenbar Mühe damit hätten, dass die Kirchgemeinde Egerkingen mit dem Beitritt zum Pastoralraum Gäu ein Stück Autonomie habe abgeben müssen, sagt Studer.

Allerdings sei es ihm ein Rätsel, warum sich diese Leute nicht schon vor zwei Jahren, als die Gemeindeversammlung dem Betritt zum Pastoralraum Gäu zugestimmt hatte, nicht zu Worte gemeldet haben.

Zudem sei das Budget 2015 mit einem Beitrag von 180 000 Franken an den Pastoralraum vom Souverän letztes Jahr ohne Opposition bewilligt worden. Die Höhe des Beitrags ergibt sich aus der Anzahl Seelen, wie Studer dazu bemerkt.

Wortführer schweigen

Von den erwähnten Wortführen in der Versammlung wollte sich keiner näher zu den Beweggründen für das Nichteintreten auf das Budget 2016 äussern. Man werde dieses Problem intern lösen, wurde dazu lediglich erwähnt.

Die in dieser Sache gebildete Gruppe habe vereinbart, über dieses Thema nichts nach aussen verlauten zu lassen.

Kirchgemeindepräsident Dominik Studer bleibt nun nicht anders übrig, als eine neue Budgetgemeindeversammlung einzuberufen. Allerdings werde der Kirchenrat am Budget kaum etwas verändern können, so Studer. Dieses unterschiede sich nämlich nicht gross von jenen aus dem letzten Jahr.

Der Beitrag für den Pastoralraum sei für das kommende Jahr mit 207000 Franken veranschlagt Studer hofft, dass bei den Kritikern des Pastoralraums die Vernunft Oberhand gewinnt und das Budget 2016 doch noch verabschiedet wird.

Kritik am Pastoralraum Gäu dürfe geübt werden, es gebe sicher noch Verbesserungspotenzial. Deswegen aber das Budget zu verwerfen, sei aber mit Sicherheit der falsche Weg.

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