Oensingen

Auftritt von «Ohalätz» in «Potzmusig»: Ein Volksmusik-Dreh auf dem Roggen

Die Solothurner Formation «Ohalätz» treten in «Potzmusig» vom kommenden Samstag auf.

Obschon sie schon öfters vom Fernsehen eingeladen wurden - ein bisschen nervös fühlten sie sich schon, die Musiker der Solothurner Volksmusik-Formation «Ohalätz». «Ja, der Einsatz auf dem Roggen war nicht unsere erste TV-Erfahrung. Trotzdem kamen wir ins Schwitzen. Speziell war diesmal, dass die rund halbstündige Sendung als Aufzeichnung realisiert worden ist», erklärt Stefan Schwarz aus Lommiswil. Wie alle «Ohalätz»-Mitglieder beherrscht auch er mehrere Instrumente, koordiniert die Auftritte und ist der eigentliche Fernseh-Profi des Quartetts. Er erklärt, dass bei früheren Sendungen meist der ganze Durchlauf am Stück aufgenommen wurde, was in kleineren Lokalen jedoch nicht möglich ist: «Das aktuelle Verfahren ist an diverse Umbauten gekoppelt, denn die Zuschauer wollen am Bildschirm nicht immer die gleiche Ecke sehen. 

Das macht die Produktion für die Interpreten etwas langfädiger, doch das Publikum vor Ort kann dafür hautnah erleben, wie die Fernsehleute arbeiten.» Der «Ohalätz»-Einsatz im vergangenen Dezember auf dem Roggen sah etwa so aus: Nach dem Schminken kurzer Soundcheck, Kaffee mit Nussgipfel und während rund zwei Stunden Aufzeichnung. Rahel Laubscher, die Bassistin, die virtuos Blockflöte und Ukulele spielt, meint schmunzelnd, die Geduld und Ausdauer der Musiker wurde getestet. Dies begann bereits bei den Vorbereitungen. Stefan Schwarz berichtet amüsiert: «Einmal mehr lustig und typisch ‹Ohalätz› war, als Rahel am Schminktisch etwas länger ‹bearbeitet› wurde und wir Männer – unterstützt von der sympathischen Visagistin – dies natürlich entsprechend kommentierten. Zum Glück ist Rahel unseren Humor gewohnt.»

Die Dreharbeiten zogen sich in die Länge

Nach der Maske ging es nicht nur für die Angesprochene, sondern für alle Vier ans Eingemachte. «Jede Formation wurde zweimal aufgenommen, dann folgte ein kurzes Interview mit einem der Interpreten. Derweil wurde bereits wieder für die nächste Formation umgebaut und eingerichtet. Natürlich moderierte Nicolas Senn die Überleitungen und der Reigen fing wieder von vorne an. Kurz, die Dreharbeiten zogen sich ziemlich in die Länge.»

Um die musikalischen Gäste bei Laune zu halten, servierte das Roggen-Team «Plättli» mit Käse und Fleisch. Während den ermüdenden Pausen griffen die Wartenden beherzt zu. Rahel Laubscher lässt die Szene nochmals Revue passieren. «Wir wurden freundlich gebeten, den Imbiss dosiert, auf den ganzen Abend verteilt, zu essen. Schliesslich seien die Speisen auch fürs Bild, als Deko gedacht und sollten nicht schon beim zweiten Musiktitel ‹Rübis und Stübis› verzehrt sein.» Kollege Schwarz meint: «An unserem Tisch klappte dies nur bedingt. Ob man das am Fernsehen sieht?»

Jedenfalls begeistert «Ohalätz» mit dem aus Schwarz Feder stammenden «Grico-Fox» total und setzt einen virtuosen Kontrapunkt zu den anderen Musikstücken, die am kommenden Samstag zu hören sein werden. Kompositionen, die auch dem Günsberger Marcel Jenny gefallen, der Klarinette, Schwyzerörgeli und eine Vielzahl anderer Instrumente spielt. Gemeinsam mit Kilian Steiner, dem Schwyzerörgelispieler aus dem Berner Oberland, genoss er die Atmosphäre im Scheinwerferlicht. Nach dem bis 22 Uhr dauernden Aufnahmetag war noch lange nicht Schluss. «Ein schöner Moment nach der Sendung war der spontane Jodelgesang des weither angereisten Bergsonnechörli Mosnang. In typischer Ostschweizer Manier stimmten sie am Tisch einen Jutz nach dem anderen an. Die aufgestellte Truppe in den schönen Trachten zeigte uns Mittelländern, wie Tradition in anderen Teilen ganz natürlich gelebt wird», schiebt Schwarz nach. Wer zusätzlich zu «Potzmusig» vor der Mattscheibe ein paar Takte «Ohalätz» in der Internet-Mediathek konsumieren will: Gegen Ende der 5. Episode der aktuellen Staffel von «Wilder» war während gut einer Minute der «Ohalätz»-Titel «Sax à Deux» zu hören. «Ohalätz» ist eben immer für eine musikalische Überraschung gut.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1