Eine überaus grosses Publikum fand am Sonntag den Weg in die Kirche zum Konzert der gemeinsam auftretenden Musikvereine von Kestenholz und Oberbuchsiten, zusammen mit dem Kirchenchor Kestenholz. Hanspeter Camenzind und Julia Blättler versprachen bei der Begrüssung, Abwechslung und Aufheiterung in die tristen Tage bringen zu wollen.

Dies gelang bereits mit dem von der Spielgemeinschaft melodiös vorgetragenen Eröffnungsstück «Cross Creek» Königlicher Charme habe der in der Barockzeit entstandene britische Marsch «The Duke of Gloucester» verkündete der Moderator Felix Hofer. Unter der Leitung von Thomas Maritz wähnte man sich beim Vortrag tatsächlich an einer britischen Adelsverleihung.

Mit der «Missa Festiva» von Hubert Zaindl bewies der Kirchenchor sein unbestrittenes Können. Unter der Leitung von Anita Wenger und an der Orgel begleitet von Dieter Bürgi wurden die Sätze Kyrie, Gloria, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei in allen Stimmlagen sehr ausdrucksstark vorgetragen.

Gäste aus dem Mittelalter

«Mittelalter Spiellüt» nennen sich Jeannine und Jonathan Frey. Das Duo, in mittelalterlicher Kleidung auftretend, spielten auf teils unbekannten Instrumenten wie Renaissance-Geige, Rebec, Tragorgel und Krummhorn. Als Erstes wurde eine Komposition aus dem 16. Jahrhundert, mit dem Titel «Allemande Fortune» vorgetragen.

Es folgten «Pavana Con Su Glosa» vom Spanier Antonio de Gabezon und aus England stammend «Faronells Divisionon a Ground». Eigens arrangiert hat Jeannine Frey vom französischen Komponisten Josquin Desprez (1455 - 1521) «L’amour de moi» und wie sämtliche Vorträge mit viel Liebe vorgetragen. Herzlicher Applaus war der verdiente Lohn vom aufmerksamen Publikum.

Als Reaktion auf den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg im Jahre 1942 hat Aron Copland «Fanfare for the Common Man», zu deutsch «Fanfare für den gemeinen Mann» komponiert. Kanonen- und Fanfarenklänge waren das Hauptthema des wieder durch die Spielgemeinschaft aufgeführten tiefgehenden Stückes. In ein wahres Feuerwerk endete «Monks Gate» von Dean Jones, dem ein Choral als Grundlage diente.

Publikum verlangte Zugaben

Mit der wunderbaren Melodie «A Clare Benediction» stieg wieder der Chor ins Programm ein. Durch den Mittelgang der Kirche schreitend, angeführt von Leiterin Anita Wenger, interpretierten die Sängerinnen und Sänger die aus Südafrika stammenden Lieder «Si ya hamba» und «Nkosi Sikelel iAfrika». Der Applaus war dem Chor sicher und mehr als verdient.

Zum Schluss dirigierte Thomas Maritz gemeinsam Chor und Band John Williams Filmmelodie «Dry your Tears, Afrika». Eine grandiose Schlussnummer, die nach einer Wiederholung verlangte, worauf der Chor mit einer weiteren Zugabe «Amazing Grace» nochmals zu glänzen wusste.