Aedermannsdorf

«Auf dem Velo gehen mir langsam die Herausforderungen aus» – jetzt will der Solothurner einmal um die Welt

Jonas Deichmann, Extremsportler, hat wieder ein grosses Ziel.

Jonas Deichmann, Extremsportler, hat wieder ein grosses Ziel.

Extremsportler Jonas Deichmann, Neo-Aedermannsdörfer, will die Welt in 10 Monaten umrunden – und dies in den drei Triathlon-Disziplinen Laufen, Radfahren und Schwimmen.

Jonas Deichmann (33) hat im vergangenen September seinen letzten Weltrekord beendet. Innerhalb von 72 Tagen radelte er per Velo vom Nordkap nach Kapstadt, die Tour «Cape to Cape» absolvierte er damit in neuer Welt-Rekordzeit. Schon steckt er wieder mitten in der Planung eines Abenteuers. «Mitte Juli will ich in den drei Triathlon-Disziplinen Laufen, Radfahren und Schwimmen die Welt umrunden», erzählt er am Wohnzimmertisch in Aedermannsdorf sitzend.

Seit einigen Monaten hat er hier, im Haus seines Vaters Sammy Deichmann, sein Domizil aufgeschlagen, wenn er sich nicht gerade wieder auf einer Rekordjagd oder einer Vortragsreise befindet. «Ich habe noch eine Unterkunft in München, doch seit einiger Zeit befinden sich die Schriften in Aedermannsdorf», erklärt er. Auch seine Firma Jonas Deichmann Adventures GmbH firmiert seit vergangenen Dezember in der Thaler Gemeinde. Er fühle sich sehr wohl hier, ergänzt er noch. Das Thal als Ruheoase - sozusagen.

Segelboot per Anhalter gesucht

Start seines neuen Abenteuers wird im Juli München sein. von dort aus radelt er zunächst nach Kroatien. An der kroatischen Küste, von Rjieka aus will er 456 Kilometer entlang der Küste Richtung Montenegro schwimmend zurücklegen. Zurück auf dem Rad geht es dann quer durch Osteuropa und Asien bis nach Shanghai. Dann ist geplant, eine neue Sportdisziplin zu etablieren. Zwar will er per Segelboot über den Pazifik nach San Francisco reisen. Noch sei kein eigentliches Schiff gechartert, verrät der Abenteurer. «Ich denke, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt eine Überfahrt organisiert habe.» Greta Thunberg habe es schliesslich auch geschafft, via Schiffspassage von Europa nach Amerika und retour zu reisen, meint er lachend.

Die Weltumrundung in Triathlon-Disziplinen.

Die Weltumrundung in Triathlon-Disziplinen.

Die nächste Etappe will Deichmann dann rennend, genau 5040 Kilometer quer durch Nordamerika bis nach New York zurücklegen. «Auf die Querung der Rocky Mountains, freue ich mich ganz besonders», verrät er. In New York angekommen, will er erneut an Bord eines Segelbootes den Atlantik überqueren, um dann die letzten 2500 Kilometer von Portugal nach München wieder mit dem Rad zurückzulegen. Fast 40000 Kilometer wird er so insgesamt bewältigen – die 120-fache Ironman Distanz.

Für den mehrfachen Weltrekordhalter Jonas Deichmann ist dies nicht das erste extreme Projekt. Er hält bereits Rekorde für alle drei grossen Kontinentaldurchquerungen mit dem Rad: Von Portugal nach Wladiwostok in 64 Tagen; die legendäre Panamericana von Alaska nach Feuerland in 97 Tagen und im letzten Jahr die erwähnte Strecke vom Nordkap nach Kapstadt. «Auf dem Fahrrad gehen mir langsam die Herausforderungen aus und ich habe schon lange davon geträumt die Welt ohne Flugzeug zu umrunden», freut sich Jonas, der anmerkt, dass diese Tour mit minimalstem Co2-Ausstoss bewältigt würde. Wie auch bei seinen letzten Projekten ist der Extremsportler ohne Begleitfahrzeug unterwegs. Beim Schwimmen zieht er ein speziell entwickeltes Floss hinter sich her und schwimmt jeweils abends an den Strand um zu übernachten.

Auch auf dem Velo und zu Fuss trägt er sein Gepäck selbst und zeltet entlang der Strecke. «Neben der enormen Distanz ist wie immer die Logistik die grosse Herausforderung. Es gibt Strömungen in den Meeren und ich habe nur ein kleines Zeitfenster, um den Himalaya und die Ozeane zu überqueren.» Auch die beiden Mitfahrgelegenheiten per Segelschiff müssen – wie erwähnt - noch organisiert werden.
Mit seinem Extremprojekt sammelt Jonas Deichmann, der auch als Motivationsredner unterwegs ist, Spenden für den Schutz des Regenwaldes. Die Ankunft zurück in München erwartet er im Frühjahr 2021. Damit würde er den bestehenden Rekord des Simbabwers Sean Conway von 6600 Kilometern deutlich überbieten.

Mit dem Abenteuer auch Gutes tun

Nach ein paar Ferientagen wird er bald mit dem Training beginnen: Velofahren, laufen und schwimmen. Wobei er erklärt, dass er das Lauftraining nicht so intensiv betreiben kann, denn zunächst wird er Schwimmen, Radfahren und Segeln. «Die Lauf-Muskeln werden dann bei der USA-Querung beansprucht werden. Dann kommt das Training von alleine.» Auch mit dieser Tour will Deichmann nicht nur einfach tolle Erlebnisse generieren; er will auch Gutes tun. So sammelt er Spenden für den Schutz des Regenwaldes.

Wie immer auf seinen Touren, wird Deichmann auch diesmal ein Tagebuch führen und fotografieren. Via Internet ist seine Reise mitzuerleben.

Interessantes über seine vergangene Cape-to-Cape-Tour ist am Sonntag, 24. Mai um 19.30 Uhr im Kofmehl in Solothurn zu erfahren. Er wird dort selbst über seine Erlebnisse berichten.

Infos: jonasdeichmann.com

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