«Es muss letzte Woche passiert sein», sagt der Schlosswart von Alt Falkenstein, Hans Hug. Aus vier der sechs Turmfalkeneiern, die seit April in einem Nest am höchsten Fenstersims von Alt Falkenstein gelegt wurden, sind Junge geschlüpft. Mittels Kamera, die Hug installiert hat und deren Bilder in einem Zimmer des Museums verfolgt werden können, ist nun die Betreuung der Jungen durch die Turmfalken-Eltern zu beobachten. «Das Männchen hat sich mittlerweile auf die Beschaffung der Nahrung spezialisiert; das Weibchen verteilt das Fressangebot unter den Jungen», erklärt Hug.

Es sei für die Beiden momentan sicher nicht einfach, genug Essbares zu finden. «Das nasskalte Wetter gefällt den Turmfalken nämlich gar nicht. Bei Regen fliegen sie in der Regel nicht».

Dennoch scheinen sich die Jungvögel bis jetzt gut entwickelt zu haben, denn alle Vier sind etwa gleich gross. «Jetzt werden sie noch durch das Muttertier rund um die Uhr gefüttert, doch später kommt eine Phase, in der die Eltern die Nahrung dann lediglich noch im Nest ablegen und sich die Jungen dann selbst über das Fressen hermachen müssen. Dabei kann es dann vorkommen, dass eines oder zwei bei diesem Verdrängungskampf den ‹kürzeren› ziehen, immer schwächer werden und sterben könnten», erklärt Hug. «Es kommt aber sehr auf das Nahrungsangbot an. Wenn die Eltern genug für alle beschaffen können, überleben auch alle.»

Das Nest mit den Turmfalken kann während der regulären Öffnungszeit des Museums Alt Falkenstein via Kamera beobachtet werden.

Öffnungszeiten: Sa, So 10 bis 17 Uhr; Mo-Fr geschlossen.