Vor knapp einem Jahr wurde das Projekt Leuenfeld Süd der Gemeinde Oensingen vorgestellt. Geplant sind die drei Baufelder J, K und A0, die direkt an das bisherige Leuenfeld angrenzen und Raum für über 150 Wohnungen bieten. Das A0 ist dabei die Erweiterung der bisherigen Baufelder mit der Bezeichnung A.

Baufeld J soll Platz für Wohnungen in den oberen Stöcken sowie Dienstleistungsräume in den unteren Stöcken geben. Baufeld K hätte nach dem Stand der Dinge im Januar 2018 vier Bauten mit verschieden hohen Stockwerken beinhalten sollen.

Die Reaktionen der Bevölkerung darauf waren gemischt: Einerseits wurde begrüsst, dass der Gemeinderat das Wachstum des Entwicklungsgebietes fördern will. Andererseits wurde in neun Mitwirkungseingaben auf der Gemeinde auch Verschiedenes bemängelt. Erst kürzlich wurden die Stellungnahmen zu diesen Eingaben veröffentlicht. Folgende drei Punkte beschäftigen die Bevölkerung am meisten:

1. Verkehr muss überdacht werden

Am Meisten diskutiert wurde das Verkehrschaos im Gebiet Leuenfeld. Da durch die Erweiterung starker Mehrverkehr entstehen werde, fordern die Anwohner unter anderem Massnahmen für Fussgänger, Minimierung der Lärmemissionen, die Einführung von Tempo-30-Zonen, die Prüfung eines Kreisels und Lichtsignalen im Leuenfeld sowie eine Neugestaltung des Leuenplatzes.

«Die Verkehrsführung wurde geprüft und optimiert», lautet die Stellungnahme des Gemeinderates zu diesem Punkt. In dieses Gesamtverkehrskonzept werde zudem auch die Planung einer Bushaltestelle im Bereich Leuenplatz integriert. Der Gemeinderat versichert, dass Tempo-30 für das gesamte Gebiet bereits ab Solothurnstrasse/Lehngasse geprüft werde.

2. Anzahl Geschosse ist zu hoch

Von diversen Oensinger Bürgern wurde gefordert, die neuen Gebäude im Baufeld K mit weniger Stockwerken zu planen. «Wir leben nicht in amerikanischen Verhältnissen», begründet beispielsweise ein Anwohner die Aufforderung, höchstens fünfstöckig zu bauen.

Bisherige Leuenfeld-Bewohner befürchteten zudem, die Aussicht auf die Alpen nicht mehr geniessen zu können, wenn diese von sieben Stockwerken versperrt würde. Die Anzahl der geplanten Stockwerke entspräche ausserdem nicht den im Zonenplan vorgesehenen vier bis fünf Geschossen.

In der Stellungnahme des Gemeinderats heisst es darauf, dass mit dem Gestaltungsplan bis zu sieben Vollgeschosse realisiert werden können. Aufgrund der Anordnung der Bauten entstünden zudem grosszügige Freiflächen. Ein gutes Verhältnis zwischen Gebäudekuben und Freiflächen sei somit gewährleistet.

3. Zu wenig Parkmöglichkeiten

«Im Quartier herrscht ein Parkchaos», lauten diverse Eingaben. Nicht nur für Besucher des Leuenfelds, sondern auch für die Arztpraxen, Psychiater, Physiotherapeuten und das Fitnesszentrum gäbe es zu wenig Parkmöglichkeiten. Auch die Ausfahrt aus der Einstellhalle und die Wegfahrt von Parkplätzen beschäftigt die Anwohner. Zu unsicher sei der Verkehr dort momentan.

«Die Anzahl Parkplätze richtet sich nach der Berechnung eines Verkehrsplanungsbüros», schreibt der Gemeinderatin seiner Stellungnahme. Die Einstellhalle sei aber nicht Gegenstand des Mitwirkungsverfahrens, weshalb sich der Gemeinderat nicht zu diesem Punkt äusserte.

Momentan findet die Planauflage des Gebiets J statt. Es ist eines von drei Baufeldern, welche bis spätestens im Jahr 2025 realisiert werden sollen.

Leuenfeld Süd in Oensingen

Momentan findet die Planauflage des Gebiets J statt. Es ist eines von drei Baufeldern, welche bis spätestens im Jahr 2025 realisiert werden sollen.

Planauflage bis zum 5. Februar

«Das Mitwirkungsverfahren hatte grossen Einfluss auf die weitere Planung des Projekts», sagt Andreas Affolter, Leiter Bau. «Für das Gebiet braucht es ein Gesamtkonzept, um die verschiedenen Projekte untereinander abzustimmen.» Das Leuenfeld Süd wurde deshalb weiter in Ost und West unterteilt.

Im Gemeinderat wurde zudem bereits eine Alternativerschliessung zur kantonalen Vorprüfung verabschiedet. «Das Verkehrskonzept ist ein grosser Brocken, aber da sind wir dran.»

Im vergangenen Jahr organisierte der Gemeinderat diverse Workshops, um die Gestaltung des Projekts zu überarbeiten. «Aus diesem Workshop haben wir neue Erkenntnisse gewonnen», sagt Men Vital, Architekt der Schmid Gestaltungsunternehmung AG. Er ist zuständig für die Planung der Gebäude und verrät: «Es ist geplant, die Anzahl der Stockwerke zu verringern.» Damit dürfte sich ein viel monierter Punkt erledigt haben.

Die Baufelder K und A0 werden aber voraussichtlich erst im Jahr 2025 realisiert. Einzig die Planung des Baufelds J sei bereits so weit fortgeschritten, dass momentan bis zum 5. Februar die Planauflage dazu stattfindet. Die Wohnungen sollen bereits im Jahr 2020 bezugsbereit sein.