Sie könnten nicht unterschiedlicher sein: Geschmäcker und Gärten. Manche Gärtner mögens strukturiert, kontrolliert. Unkraut sucht man in jenen Gärten vergeblich. Andere ziehen es vor, der Natur freien Lauf zu lassen. Auch einmal eine Pflanze etwas wuchern zu lassen und wilden Früchten Platz zu bieten. Trotz ihren unterschiedlichen Sichtweisen haben die Gärtner doch vieles gemeinsam: Leidenschaftliche Freude, wenn ihre Mühe endlich Früchte trägt. Und sehr viel Fachwissen, das sie sich über Jahre hinweg angeeignet haben.

«Nach zehn Jahren Arbeit am Garten können wir endlich sagen, dass er auf einem Stand ist, den wir wollen», sagt Toni Nussbaumer aus Matzendorf über den Englischen Garten, den er gemeinsam mit seiner Frau Monika am Tag der offenen Gärten für Interessierte öffnete. Dieser Anlass bietet zukünftigen Hobbygärtnern die Möglichkeit, einen Blick auf das Schaffen erfahrener Gärtner zu werfen und sich Inspiration oder wertvolle Ratschläge zu holen. «Man muss einfach ausprobieren und keine Angst vor Rückschlägen haben», rät Ruth Vogt aus Welschenrohr ihren neugierigen Gästen. Sie pflege ihren Zier- und Nutzgarten bereits seit 1991 und habe mittlerweile über 500 verschiedene Pflanzensorten.

Egal bei welchem der 17 offenen Gärten man an diesem Tag vorbeischaut: Pflanzen waren das Hauptgesprächsthema. Auch im wilden Biotopfgarten von Heinz von Arb in Balsthal. «Das isch mis Paradies», schwärmt er. Er setze bei seinem Garten vor allem auf Tierfreundlichkeit und dass der natürliche Kreislauf erhalten bleibe. Voller Freude erzählte er vom Bärlauch und den wilden Erdbeeren, die dieses Jahr in der hinteren Ecke seines Gartens zu wachsen anfingen. Sowohl Gärtner als auch Besucher freuten sich über die Veranstaltung, die dieses Jahr zum dritten Mal stattfand. Trotz teilweise schlechtem Wetter erschienen sie zahlreich. Organisiert wurde der Tag grösstenteils ehrenamtlich von der Arbeitsgruppe Kultur im Thal und dem Naturpark Thal.