Im Schulhaus Falkenstein besuchen 345 Schüler, verteilt auf 18 Klassen, den Unterricht an der Kreisschule Thal (Standort Balsthal). Bei einer solch grossen Anzahl von Schülern und Lehrkräften stellt sich natürlich die Frage: »Was tun bei einem Brandfall?» Gesamtschulleiterin Eva Davanzo nahm sich dieser Problematik an und erarbeitete mit dem Kommandanten der Feuerwehr Balsthal, Christian Born, ein Evakuierungskonzept.

Evakuierungsübung an der Kreisschule in Balsthal

Evakuierungsübung an der Kreisschule in Balsthal

Am Dienstag war es soweit, man probte zum ersten Mal den Ernstfall. Die Übungsanlage sah so aus: Hauswart Hans Streckeisen entdeckte im Technikraum Feuer mit Rauchentwicklung. Er alarmierte sofort die Feuerwehr, anschliessend die Klassen in ihren Schulzimmern. Die rund 300 anwesenden Schüler, angeführt von ihren Lehrern, begaben sich ruhig und diszipliniert zum Sammelplatz unterhalb des Hallenbades. Dort wurde von den Lehrkräften eine Anwesenheitskontrolle durchgeführt.

Inzwischen war die Feuerwehr mit einem Tanklöschfahrzeug und einem Mannschaftstransporter vom Rainweg her mit Blaulicht und Sirenengeheul angerückt und begann mit dem Löschaufbau. Hans Streckeisen in seiner Funktion als «Einsatzleiter Schule» meldete dem «Einsatzleiter Evakuierung», Jörg von Arx, dass sich alle Schüler im Freien befinden würden.

Eva Davanzo und Christian Born lobten anschliessend das ruhige und ordentliche Verhalten der Schüler. Born sagte sogar: «Ich bin richtig stolz auf euch.» In relativ kurzer Zeit seien alle draussen gewesen. Er machte darauf aufmerksam, sich mit dem Geräusch des laufenden Lüfters vertraut zu machen. Bei einem Brandfall sollen die Schüler, falls sie sich zum Zeitpunkt des Feuerwehreinsatzes noch im Gebäude befinden, keine Angst vor diesem Geräusch haben.

Datum war «geheim»

Tage vor dieser Übung waren die Lehrer über das Evakuierungskonzept informiert worden. Sie wussten, dass demnächst eine solche stattfinden würde und welche Massnahmen zu ergreifen seien. Das Datum der Evakuierung aber war nur wenigen Eingeweihten bekannt. An einer anschliessenden Besprechung kam man zur Erkenntnis, dass alles wie geplant abgelaufen sei, eine zentrale Brandmeldeanlage aber von grossem Vorteil wäre.

Man könne sich eine solche Übung auch in andern Schulhäusern vorstellen. Erkenntnisse aus diesem Einsatz werden von der Feuerwehr und der Schulleitung aufgearbeitet und in einem Bericht zusammengefasst. Auch wenn die Aufgabe für Schule und Lehrerschaft eine nicht allzu schwierige war, wissen jetzt die meisten Beteiligten, was in einem Brandfall zu tun ist.