AareGäuer Nachhilfe
«Manche Eltern sind überfordert»: Die Nachfrage nach Präsenzunterricht steigt bei der Schüler-Nachhilfe

Die Leiterin des Vereins AareGäuer Nachhilfe, Silvia Stettler, hat derzeit viele Anfragen. Eltern sind mit Schulstoff-Vermittlung überfordert.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Nuria Pagan lernt mit ihrem Lerncoach Arlette von Rohr.

Nuria Pagan lernt mit ihrem Lerncoach Arlette von Rohr.

zvg

Wegen Covid-19 hat der Verein AareGäuer-Nachhilfe ein intensives 2020 hinter sich. Das sagt Silvia Stettler, die Präsidentin des Vereins. Dies habe vor allem mit den verschiedenen Umstellungen zwischen Fernunterricht und Präsenzunterricht zu tun. «Die Umstellung auf Fernunterricht war für Schülerinnen und Schüler der Berufsschule und Kanti einfacher. Der Lernerfolg hat auf dieser Stufe nicht zu sehr gelitten», stellt sie fest.

«Für die Primar-und Sekundarschüler war dies schon viel schwieriger. Der Fernunterricht war auf dieser Stufe wenig beliebt und leider auch nicht immer gut umsetzbar», so Silvia Stettler.

Bei vielen Schülern besteht enormer Nachholbedarf

Diese Erfahrung habe dann auch Auswirkungen auf das Nachhilfeangebot gehabt. «Die Nachfrage nach Unterstützung, vor allem nach Präsenzunterricht, ist seit Mitte 2020 sehr stark angestiegen. Es besteht bei vielen Schülerinnen und Schülern ein enormer Nachholbedarf beim Schulstoff. Vor allem bei den Primarschülern und der 1. Sek-Stufe. Ebenfalls stieg die Nachfrage nach Unterstützung bei Lernenden von Berufsschulen, welche vor allem in den Sprachfächern, Französisch und Englisch, Lücken haben.»

Stettler stellt, ebenso wie ihre Nachhilfe-Coaches, fest, dass die meisten Lernenden und Schüler keinen Fernunterricht mehr möchten. «Nach dem Lockdown und der Umstellung auf den digitalen Unterricht starteten die Nachhilfe-Lehrpersonen deshalb ihre Unterstützung ab Mitte 2020 wieder mit Präsenzunterricht oder kombinierten diesen mit Fernunterricht.»

Gemäss Stettler werden die BAG-Normen beim Präsenzunterrichten eingehalten, die Nachhilfe-Personen tragen eine Maske und halten die Schutzmassnahmen ein. Sie habe aufgrund der gestiegenen Nachfrage rund zehn Nachhilfe-Lehrpersonen neu ins Team aufgenommen. «Vor allem Eltern von 5. und 6.Klässlern befürchten, dass ihre Kinder in diesem Schuljahr mit dem Übertritt zur Sek. Stufe Schwierigkeiten haben könnten.»

«Da persönliche Unterstützung und Motivation wesentliche Elemente der Nachhilfe sind, bleibt Präsenzunterricht für die AareGäuer Nachhilfe immer an erster Stelle», betont die Präsidentin weiter. Was allenfalls denkbar sei, wäre eine Kombination der beiden Lernformen Präsenz- und Fernunterricht nach Abmachung mit den Lernenden.

Manche Eltern sind völlig überfordert

Silvia Stettler bemerkt, dass viele Familien mit den digitalen Lernformen an ihre Grenzen kommen. «Manche Eltern sind mit der Unterstützung ihrer Kinder beim Schulstoff völlig überfordert. Verständlich, wenn dann auch noch Homeoffice oder eine unsichere berufliche Situation dazu kommen», schildert sie und sagt: «Ich bin deshalb gegen Schulschliessungen, vor allem bei Kindern bis zur 3. Klasse.»

So hofft der Verein AareGäuer Nachhilfe, dass sich die Situation wieder normalisiert und es nicht wieder zu Schulschliessungen kommt. «Die über 65 Nachhilfe-Personen unseres Vereins stehen jedenfalls bereit, die Schüler und Lernenden zu unterstützen.» Der Verein plant, Sommerkurse in Mathematik und Französisch wieder durchzuführen und allenfalls an der Lehrstellenbörse in Oensingen teilzunehmen. «Wir hoffen, dass Covid-19 diesen Angeboten kein Strich durch die Rechnung machen wird. Da können wir alle etwas dazu beitragen», appelliert Stettler.

Der These, aufgrund der schwierigen Schulsituation im vergangenen und in diesem Jahr von einer «verlorenen Generation» zu sprechen, wie das manche Experten tun, will Silvia Stettler nicht zustimmen. «Gut die Hälfte aller Schüler und Lernenden haben aufgrund der schwierigeren Lernsituation keine Einschränkungen oder Probleme bei der Bewältigung des Schulstoffes. Wer jetzt massiv darunter leidet, hatte schon vorher Schwierigkeiten. Wir sind auf jeden Fall da, um die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und ihnen zusammen mit ihren Eltern optimale Hilfen anzubieten.»

Infos: AareGäuer Nachhilfe, 062 926 36 39. www.aaregaeuer.ch

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