Er ist gross, gelb, hat eine geschwungene Form und erinnert ein bisschen an ein futuristisches Vehikel aus einem Science-Fiction-Film. Die Rede ist vom Elektrotöff, den es am Stand der Egerkinger Firma Von Arx Systems AG zu bestaunen gibt. Er ist einer der auffälligsten Ausstellungsgegenstände an der Regio Mäss Gäu, die heuer zum ersten Mal stattfindet. Lukas von Arx bestätigt denn auch, dass es sich vor allem um einen Eyecatcher handelt. «Man könnte ihn zwar bei uns bestellen, aber unsere Hauptangebote sind Solaranlagen, Automationen und automatische Rasenmäher», erzählt der Automatiker. Mit dem bisherigen Verlauf der Gewerbemesse ist er zufrieden, trotz des guten Wetters. «Ich denke, bei weniger gutem Wetter hätten wir mehr Besucher.» Damit meint die Tatsache, dass der Grossteil der Ausstellung in der Neuendörfer Dorfhalle stattfindet.

OK-Präsident ist zufrieden

Einer, der damit kein Problem hat, ist OK-Präsident Roman Berger: «Das Wetter ist ideal – nicht zu kalt, nicht zu warm.» Zur Halbzeit der Regiomesse am Samstagnachmittag zieht er ein positives Zwischenfazit: «Ich bin zufrieden. Wir haben viele Besucher und ein attraktives Programm.» Der grosse Brocken an Aufwand ist für Berger zu diesem Zeitpunkt bereits erledigt: «Natürlich müssen da und dort noch Feinjustierungen vorgenommen werden. Aber ich bin jetzt vor allem als Geschäftsführer hier.» Einer der Aussteller ist nämlich auch seine Gartenbaufirma.

Zur Regio Mäss Gäu gehört ein grosses Zelt am Anfang, in welchem es vor allem Autos anzuschauen gibt und die Neuendörfer Dorfhalle. Dort findet das übrige Gewerbe Platz. Über KMU, wie dem Geschenkshop Gwundernase aus Neuendorf, bis hin zu grossen Unternehmen wie die Planzer Transport AG, hat jeder seinen Stand. Zwischen den beiden Innenräumen finden sich auch draussen zahlreiche Stände.

Shuttlebus-Service für Besucher

Der Wolfwiler Holzkünstler Simon Nünlist stellt seine geschnitzten Adler und Pferde aus, das Reiseunternehmen Wyss hat einen ganzen Car hingestellt. Die Boninger Firma ist denn auch für den Shuttlebus-Service zuständig zwischen dem Messegelände und den Parkplätzen, die sich auf dem Areal der Spirig AG in Egerkingen befinden. Denn unmittelbar neben dem Gelände gibt es keine (offiziellen) Parkplätze.

Die meisten der 67 Aussteller kommen aus dem Gäu. Neuendorf, Egerkingen und Oensingen sind oft präsentierte Firmenherkünfte. Manche der Aussteller kommen auch aus den umliegenden Bezirken Thal und Olten oder aus dem angrenzenden Bernbiet oder dem Aargau. Der wohl am weitesten angereiste Aussteller ist die Gewürze- und Bouillon-Herstellerin Nahrin aus Sarnen im Kanton Obwalden. «Sie haben uns kontaktiert und angefragt, ob es noch einen freien Ausstellungsplatz gibt», erklärt der OK-Präsident. Auch von weit her angereist sind die beiden Frauen vom Bernina-Stand. «Wir möchten Bernina auch repräsentieren», erläutert Erika Eichenberger von der Filiale in Solothurn.

Arunthathy Varatharajan, die Leiterin der Solothurner Bernina-Filiale ergänzt: «Die Kunden hier im Gäu sind anders als in der Kantonshauptstadt.» An ihrem Stand dominieren verschiedene Modelle von Näh- und Stickmaschinen. «Sticken liegt besonders im Trend», weiss Eichenberger. «Und durch die Haushaltsstickmaschine kann nun auch problemlos zu Hause gestickt werden.» Auch die Bernina AG ist von sich aus auf das Organisationskomitee zugegangen und hat angefragt.

Den Besucherinnen und Besuchern scheint die Regio Mäss Gäu, die 2015 bereits einmal durchgeführt werden sollte, aber wegen zu wenig Ausstellern jedoch abgesagt wurde, zu gefallen. Auch Heimweh-Gäuer finden am Wochenende den Weg nach Neuendorf, wie das Beispiel einer älteren Frau zeigt, deren Grosseltern aus Egerkingen stammten. Und ein Besucher aus Neuendorf meint: «Wenn etwas im Dorf stattfindet, dann gehen wir auch hin.»

«12'000 Besucher an drei Tagen»

OK-Präsident Roman Berger ist am späten Sonntagnachmittag hochzufrieden mit dem Publikumsaufmarsch. «Wir schätzen, dass seit der Eröffnung am Freitagabend etwa 12 000 Besucherinnen und Besucher an der Regio Mäss Gäu in Neuendorf waren.» Welches der stärkste Tag war, könne er nicht beurteilen. «Wir hatten an allen drei Tagen viel Zulauf», so der OK-Präsident erfreut.