Galerie Artesol
Zur Ruhe kommen ist nicht sein Ding

Der Solothurner Peter Steinmann zeigt in der Galerie Artesol seine neue Arbeiten in figurativer Malerei. Sie sind in den vergangenen zwei Jahren in seinem neuen Atelier, einer 600 Quadratmeter grossen Fabrikhalle in Altreu, entstanden.

Hans R. Fröhlich
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Peter Steinmann liebt es trotz guter Vorsätze offenbar weiter «wild».

Peter Steinmann liebt es trotz guter Vorsätze offenbar weiter «wild».

hrf

Bei seinen neusten Projekten hegte Peter Steinmann den Vorsatz, sein malerisches Temperament einer intensiven Gestik etwas zu zügeln und, wie er glaubte, einem gesetzteren Alter entsprechend, ruhigere feinere Bewegungen anzustreben.

Trotz intensivem Bemühen musste er zur Einsicht gelangen, dass Entwicklung nicht programmierbar ist. Nur wenige «Prototypen» entsprachen seinen Vorstellungen. Vom Frust gepeinigt und mit Unruhe beruhigt kam er schliesslich zur Überzeugung, dass er als geborener Bewegungsmensch seinem Naturell freien Lauf lassen musste.

Sich wieder gefunden

Inspiriert durch seine alten Bilder erwachte wieder seine Freude ab der Figuration. Dies half ihm, sich wiederzufinden und die abstrakte Darstellungsweise einstweilen in den Hintergrund zu stellen. Menschen, Wasser und Landschaft gehören seit eh und je zu seinen Themata. Die Ausstellung ist nun ganz seiner figurativen Wiederfindung gewidmet.

Dazu gehört auch eine Serie älterer Aktzeichnungen, Grafit/Pastell/ZP. Sie sind explizites Zeugnis seiner eingehenden Grundausbildung, der Beherrschung der menschlichen Gestalt und deren Bewegungsabläufe als tragender Aspekt des malerischen Schaffens von Peter Steinmann bis hin zu der gestikalen, abstrakten Malerei.

«Alles ändert sich»

Zum geistigen Hintergrund des künstlerischen Schaffens von Peter Steinmann gehört sein Wahlspruch des Heraklitischen «Panta rhei». Alles ist der Veränderung, dem Wandel unterworfen. Dazu wechselte auch sein Interesse im Themenkreis periodisch.

Mensch und Bewegung vereinigten sich im Thema Tanz. Bezeichnend auch im Zusammenhang seines permanenten Begleiters der Musik. Vor Jahren entstanden vergeistigte Wesen nur in den Extremitäten körperlich erkennbar in luftiger Gestik.

In seinen neuen Arbeiten, vorwiegend Acryl/Glasfaser oder Polyäthylen/MDF erscheint der Mensch in ähnlichen Posen jedoch voll inkarniert, kräftig, beinahe heroisch und in erdigen Gelb- und Rottönen. Steinmann verzichtet hier auf die bislang für ihn bezeichnende kalligrafische Komponente.

Wasser und Landschaften

Diese zeichnerische Gestik kommt jedoch in seinen abstrakten Arbeiten umso intensiver zum Tragen. In Erinnerung an ganze Zyklen früherer Arbeiten mit Landschaften, Gebirgen, reissenden Gewässern und die verschiedenen Gesichter der Natur als Ausdruck der Veränderung kommen hier in gewandelten Konzepten auch die Themen Wasser und Landschaft wieder zum Tragen.

Die kalligrafischen Elemente verbinden teilweise einzelne Bildelemente oder sind im Führen eines oft höchst dynamischen Eigenlebens im Bild integriert. Im Unterschied zu den figurativen Arbeiten sind die ungegenständlichen oft in senkrecht oder waagrecht geometrisch rhythmischer Flächenteilung konzipiert.

Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag 14.30 bis 17 Uhr, Donnerstag 15 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 18 Uhr. Apéro heute Samstag, 3. Mai, um 11 Uhr. Finissage Samstag, 17. Mai, 11-16 Uhr.

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