Auslastung
Ypsomed baut Standort Solothurn aus und schafft 100 neue Stellen

Das Medtechunternehmen Ypsomed AG mit Hauptsitz in Burgdorf hat sich entschieden, wo es ausbauen will. Die bestehende Infrastruktur am Standort Solothurn wird weiter ausgebaut und in den kommenden Jahren rund 100 neue Stellen geschaffen.

Drucken
Teilen
Der Solothurner Standort von Ypsomed.

Der Solothurner Standort von Ypsomed.

fg

Klar war bereits im April 2015, dass die Ypsomed Holding AG ausbauen möchte. Nur war damals noch offen, wo die zusätzliche Produktionslinie aufgebaut wird. Drei Standorte waren in der Evaluation: je ein Standort in Norddeutschland und Tschechien und jener in Solothurn.

Jetzt ist klar: Solothurn macht das Rennen!

Das Unternehmen will insgesamt 50 Millionen Franken in die Produktionsanlagen investieren, teilt dieses am Donnerstagmorgen mit. Die Investitionen würden in Infrastrukturanpassungen, Spritzgussmaschinen, Spritzgusswerkzeuge sowie Bedruckungs- und Montageautomaten fliessen.

Einen markanten Teil dieses Ausbaus bildet laut Ypsomed ein weiteres Grossprojekt für den langjährigen Partner Sanofi: Ab dem zweiten Halbjahr 2016 werden auf einer zusätzlichen Produktionslinie Komponenten für Injektionssysteme hergestellt.

Die jährliche Kapazität wird im zweistelligen Millionenbereich liegen, heisst es in der Mitteilung. «Im Bereich Eigenprodukte kann Ypsomed unter anderem mit dem Produkt UnoPenTM die Kapazität dank raffinierten Anlagenlösungen massgeblich erweitern.»

Zwar sei die wirtschaftliche Gesamtsituation wegen der anhaltenden Frankenstärke und teilweise hohen Regulierungsdichte nach wie vor herausfordernd, heisst es weiter. «Wir bekennen uns mit diesem Schritt in Solothurn einmal mehr zum Industriestandort Schweiz», sagt Ypsomed-Chef Simon Michel auf Anfrage.

Positiv ins Gewicht gefallen seien «die gute Verfügbarkeit der notwendigen Fachkräfte sowie die positiven Aussichten für die Besteuerung künftiger Gewinne», heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem könnten am Standort Solothurn freie Infrastrukturkapazitäten sowie Synergien mit bestehenden Produktionen optimal genutzt werden.

1200 Mitarbeitende weltweit

Ypsomed ist seit 2004 in den Gebäuden, in denen früher Autophon, später Ascom und Flextronic Telefone produzierten, mit der Herstellung von Produkten der Medizinaltechnik tätig. Einerseits werden auf zig Kunststoff-Spritzgiessmaschinen Einwegpens gefertigt. Die Injektionssysteme zur dosierten Abgabe von Insulin an Diabetiker bestehen aus nur 13 Teilen und werden millionenfach produziert.

Andererseits ist in Solothurn die Produktion der Injektionsnadeln konzentriert, die ebenfalls millionenfach unter Reinraumbedingungen produziert werden. Hinzu wird jetzt im Rahmen einer erweiterten Lohnfertigung für den französischen Pharmakonzern Sanofi eine neue, hochautomatisierte Produktionslinie aufgebaut. Darauf werden künftig Penkomponenten für verschiedene Injektionssysteme im zweistelligen Millionenbereich hergestellt. Letzteres sei ein markanter Teil des erwähnten Ausbaus.

Die Neuanlagen sollen bereits in der zweiten Jahreshälfte 2016 in Betrieb genommen werden.

Insgesamt beschäftigt Ypsomed aktuell weltweit 1200 Mitarbeitende. Seit 2004 hat Ypsomed über 200 Millionen Franken in den Standort Solothurn investiert. (ldu/fs)

Aktuelle Nachrichten