Solothurn

Was passiert eigentlich alles, wenn eine Bomben-Drohung eingeht?

Die Berufsschule in Solothurn musste am Donnerstag wegen eines Drohbriefes evakuiert werden. Die Polizei war mit Spürhunden vor Ort und untersuchte Gebäude und Umgebung. Wie läuft so ein Einsatz ab? Wie reagiert die Polizei auf eine Bombendrohung?

«Die Kantonspolizei hat kein allgemeines Verfahren, das bei solchen Drohungen angewendet wird», sagt Mediensprecher Andreas Mock. «Je nach Situation können die Einsätze ganz unterschiedlich durchgeführt werden.» Dies bestätigt auch Mediensprecher Bruno Gribi, der am Donnerstag vor Ort bei der Berufsschule Solothurn ist. 

«Eine Bombendrohung kann auf verschiedene Wege überliefert werden», erklärt Gribi. «Entweder wird sie per Mail verschickt oder telefonisch durchgegeben.» Oder aber die Drohung werde auf einem Zettel zum Beispiel auf einer öffentlichen Toilette oder in einem Geschäft hinterlassen. Die Drohung vom Donnerstag ist per Post angekommen.

Wie hat die Kantonspolizei Solothurn darauf reagiert? Oberste Priorität sei gewesen, die Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler, sowie das Lehrpersonal zu gewährleisten. «Eine Patrouille ist sofort ausgerückt», sagt der Mediensprecher. Zuerst sei der Platz geräumt und dann abgesperrt worden. Danach seien eingespielte Mechanismen abgelaufen.

KAPO-Mediensprecher Bruno Gribi vor Ort über das Vorgehen bei einer Bombendrohung

Kapo-Mediensprecher Bruno Gribi vor Ort über das Vorgehen bei einer Bombendrohung

Vor Ort hätte die Polizei ein Dispositiv erstellt. Die Situation sei eingestuft worden und man hätte sich zuerst mit der Frage: Evakuieren Ja oder Nein? - auseinandergesetzt.

Die Kapo trat darauf mit der Schulleitung in Kontakt. «Die Berufsschule war auf so einen Vorfall vorbereitet», so Gribi. So konnten sofort die nötigen Massnahmen eingeleitet werden und die Schülerinnen und Schüler konnten Gebäude und  Areal schnell verlassen.

Danach klärten Stadt- und Kantonspolizei ab, ob eigene Mittel für den Einsatz ausreichten, oder ob noch zusätzliche Hilfe benötigt wird. «Weil es sich bei diesem Einsatz um ein grosses Gebäude handelt hat man dann entschieden weitere Personal einzusetzen», fährt der Mediensprecher fort. So rückte am Donnerstagmorgen auch das Dezernat für Brände und Explosionen der Kantonspolizei Bern mit ihren Spürhunden ein.

Polizisten durchsuchen das Areal und die Gebäude mit Spürhunden

Polizisten durchsuchen das Areal und die Gebäude mit Spürhunden

Danach wurde mit den Durchsuchungen auf dem Areal und in den Gebäuden begonnen. «Das Dezernat verfügt über ausreichendes Personal und entsprechende Ausrüstung für einen Einsatz diesen Ausmasses», so Gribi.

Der Einsatz würde jeweils solange dauern, bis eine Entwarnung gegeben und das erstellte Dispositiv aufgehoben werden könne. Sollten die Einsatzkräfte auf verdächtige Gegenstände stossen, so könnte man sofort eingreifen. «Das Dezernat der Kapo Bern hat entsprechendes Material gleich mitgenommen», sagt Gribi. «Wird zum Beispiel ein verdächtiges Packet gefunden, könnte das je nach Situation entschärft oder gesprengt werden.»

Auch die Gruppen aus Solothurn sind ausgerüstet. Wenn im aktuellen Fall tatsächlich etwas gefunden worden wäre, wäre wohl die Kapo Bern zuständig gewesen, vermutet Gribi. «Das würde zuerst mit dem Einsatzleiter abgesprochen werden», fügt er hinzu. Am Donnerstag seien auf jeden Fall verschiedene Spezialisten vor Ort gewesen, die direkt hätten eingreifen können.

Jede Drohung wird ernst genommen

«Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger geht immer vor», so der Mediensprecher. Deshalb würden alle Drohungen ernst genommen werden. «Wir machen keine halben Sachen. Es wäre nicht verantwortbar, wenn die Polizei eine Meldung wie diese nicht ernst nehmen würde und dann etwas passieren würde.» Ein Einsatz dauere jeweils so lange, bis die Polizei eine 100 prozentige Entwarnung geben kann.

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