Stadtbummel
Von wegen «‘s isch immer so gsi»

Fabio Vonarburg
Fabio Vonarburg
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Derzeit wird der Postplatz in Solothurn zwischengenutzt. (Archivbild)

Derzeit wird der Postplatz in Solothurn zwischengenutzt. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi Bild: Hanspeter Bärtschi Bild: Hanspe

Am Dienstag habe ich gebadet. Es war grossartig. Und es war mein erstes Mal. Noch nie zuvor lag ich in einem Bällebad. Und hätte ich gewusst, dass es ein solches in Solothurn gibt, dann wäre ich bereits früher in den Indoorspielplatz Nilpfi geeilt. Und so muss mein zweijähriger Knirps noch mindestens einmal mit seinem Vater in bunten Bällen baden, bevor der Indoorspielplatz Ende Jahr seine Tore schliesst und damit ein Spassplatz für die Mamis und Papis aus Solothurn verschwindet.

Auch für das Museum Enter, das sich auf dem gleichen Areal befindet, sind die Tage in der Stadt gezählt. Der Zügeltag ist im Frühjahr 2022. Dann gehen die alten Computer und Spielkonsolen nach Derendingen. Zu hoffen ist, dass man am neuen Standort von aussen besser erkennt, was für Schätze auf die Besucher warten. Denn bis heute ist das Museum Enter in Solothurn zu wenig sichtbar und viele Städter waren noch nie drin. Auch die Eigenheim-Messe verlässt die Stadt, und bevor ich über all den Verlust ganz wehmütig werde, und mich bereits am Stammtisch in einer Beiz in der Altstadt sitzen sehe, lauthals monierend «früher war alles besser» und auf den Tisch klopfend, sodass ich Öufi-Bier verschütte, erinnere ich mich an all das, was dafür in der Stadt gerade neu entsteht.

Denn von einem Stillstand in Corona-Zeiten ist in Solothurn nicht viel zu merken. Vor allem ist nun definitiv dafür gesorgt, dass es genug zu essen gibt. Neu gibt es italienische Spezialitäten in der Vorstadt, kulinarische Leckerbissen beim Klosterplatz und seit dieser Woche für den ganzen November an der Berntorstrasse einen Pop-up-Laden, der vegane Backwaren feilbietet.

Nicht unerwähnt darf der Postplatz, exgüse, Potzplatz bleiben. Der erfindet sich gerade komplett neu, bietet bald ein völlig neues Ambiente. Dazu wurden die «Möbelstücke» verschoben, die derzeit auf dem provisorischen Platz stehen. Und zwar unter den Baum. Gut, um sich vor der sengenden Hitze zu schützen.

All die Veränderungen, verkraften das die Solothurner, die immerfort rufen «‘s isch immer so gsi»? Vor allem in der heutigen Zeit – und jetzt wissen bereits alle, was ich meine – wo man sich nicht mehr lange darauf verlassen kann, dass der Stadtpräsident sich nicht Stapi nennt und zudem den Nachnamen Fluri trägt.

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