Solothurn/Rüttenen

Von den Brandschäden ist nichts mehr zu sehen: St. Verenakapelle ist nach Sanierung wieder offen

Vor über drei Jahren brannte es in der St. Verenakapelle wegen Kerzenresten. Die Sanierung kostete über 430'000 Franken. Nun ist die Kapelle in der Verenaschlucht fertig saniert und wieder offen.

Das Gerüst ist weg, das Bijou erstrahlt in neuem Glanz. Seit Freitagmittag ist die St. Verenakappelle wieder für die Bevölkerung geöffnet, die damit ihren Kraftort zurückhat. «Viele kommen hierher, um in sich zu gehen und zu beten», sagt Architekt Peter Widmer, der die Sanierungsarbeiten der letzten Monate begleitet hat.

Am Ursprung der Sanierung steht der Brand vom 1. März 2017. Zwar war das Feuer, das von einem Funkensprung einer Kerze ausgelöst wurde, schnell gelöscht, die Rauchentwicklung sorgte dennoch für einen beträchtlichen Schaden. Nach der eingehenden Analyse entschied sich die Eigentümerin der Kapelle, die Bürgergemeinde Solothurn, statt für eine blosse Schadensbehebung gleich für eine Totalsanierung in der Höhe von über 400'000 Franken. Dazu erhielt die Bürgergemeinde finanzielle Unterstützung von verschiedenen Seiten.

St. Verenakapelle hat ihren Charakter behalten

Wer nun gleich dieses Wochenende zur sanierten Kapelle läuft und denkt, «das sieht ja nicht viel anders aus, als vorher», der hat nicht ganz Unrecht. Denn genau das war das Ziel, wie sowohl Architekt Peter Widmer, wie auch Sergio Wyniger, Präsident der Bürgergemeinde, ausführten: Die Verenakapelle sollte auf keinen Fall ihren Charakter verlieren. Oder wie es Widmer scherzhaft formulierte: «Es ging nicht darum, dass plötzlich eine St. Ursen Kathedrale in der Verenaschlucht steht.» Im Fokus stand der Grundsatz «putzen, flicken, ausbessern».

Widmer beschrieb den Sanierungsprozess als ein Herantrippeln. «Bei jedem Schritt mussten wir die Gesamtkapelle im Auge behalten.»

Wer bereits häufiger die Kapelle besucht hat, wird vielleicht dennoch einen Unterschied zu vorher feststellen. Es gibt ihn, auch wenn er vielleicht nicht sofort ins Auge fällt. Die Kapelle hat zwei neue kleine Fenster erhalten. Ziel dieser Anpassung ist die bessere Durchlüftung des Kellers, der damit zukünftig weniger feucht sein soll.

Sanierung nach Brand: St. Verenakapelle in Solothurn wieder offen

Sanierung nach Brand: St. Verenakapelle in Solothurn wieder offen

  

Bei den anderen Arbeiten stand das Auffrischen im Vordergrund. So wurden etwa die Figuren in der Kapelle restauriert, die Schäden an den verputzten Fassen- und Treppenaufgängen behoben, sämtliche Oberflächen des Felsens gereinigt und instand gestellt. Weiter erhielt die Grabgrotte eine neue Beleuchtung, wirkt immer noch stimmig, aber nicht mehr ganz so düster wie vorher.

Ebenfalls wurden auf dem Boden 80 Tonplatten ausgetauscht, womit wir wieder beim Thema Authentizität angelangt sind. Der Tonplattenboden wurde belassen, obwohl «diese Wahl in der St. Verenakapelle eigentlich nicht sehr schlau ist», wie Architekt Peter Widmer ausführt. Die Kapelle ist gegen aussen offen, steht in einer Schlucht und ist somit der Witterung stark ausgesetzt. Der Ton saugt sich somit mit Feuchtigkeit voll und kann, wenn er gefriert, platzen. Dass auf einmal 80 Platten ausgetauscht werden müssen, soll jedoch nicht mehr vorkommen.

Denn die Bürgergemeinde hat beschlossen, die Kapelle besser im Auge zu behalten und vorneweg Schäden ausbessern zu lassen. «Damit wir den jetzigen wunderbaren Zustand erhalten können und nicht schon bald wieder eine Totalsanierung ansteht», führte Sergio Wyniger aus. Dieses Verfahren habe sich auch an anderen Orten bewährt, sagte Peter Widmer, «gemäss meiner Erfahrung kommt es auch günstiger».

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Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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