Gut sichtbar wurde «Frauen*streik 14. Juni 2019» an die Wand der Durchgangspassage beim Franziskanertor gesprüht. Schnell fällt auf, dass der Schriftzug per Vorlage angebracht wurde. Lukas Reichmuth, Chef Hochbau und Energie im Stadtbauamt Solothurn, kennt die Sprayereien und erläutert die nötige Vorgehensweise, um den Sachschaden zu beheben. Laut Reichmuth ist das Ziel, solche Sprayereien immer so schnell wie möglich zu entfernen. Bei stadteigenen Liegenschaften wird im Falle einer Sprayerei sofort Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Kosten für die Entfernung solcher Verschmierungen sind abhängig von zwei Faktoren. Einerseits der Liegenschaft und andererseits der Fassadenoberfläche (verputzte gestrichene Fassade, Naturstein, mit Graffitischutz behandelte Oberfläche etc.). Im Fall der Durchgangspassage beim Franziskanertor rechnet Lukas Reichmuth mit einem Kostenaufwand von rund 2'000 Franken.

Das Entfernen selbst ist ebenso abhängig von der Fassade, erklärt Reichmuth. Wurde zuvor als Präventivmassnahme ein Graffitischutz aufgetragen, so lässt sich ein Graffiti in der Regel abwaschen. Der Graffitischutz wird danach neu aufgetragen. Bei Naturstein- oder Sichtbetonoberflächen ohne Schutz müssen oftmals die Sprayereien mit Hochdruck abgestrahlt werden, was einen grösseren Arbeitsaufwand und somit mehr Kosten verursacht. «Ich hoffe persönlich sehr, dass die Leute in den Sprayereien das sehen, was es ist; nämlich eine Sachbeschädigung», erklärt Lukas Reichmuth abschliessend.

Barbara Wyss Flück, Grüne Kantonsrätin und Frauenstreik-Mitstreiterin, ist überzeugt, dass diese Sprayereien nicht aus ihren Reihen hervorgegangen sind. «Ich setze mich sehr gerne für die Sache ein, aber eine solche Sachbeschädigung würde ich niemals begrüssen», so Barbara Wyss Flück. 

Zu welchem Zeitpunkt die Schriftzüge angebracht worden sind, ist unklar. Laut der Kantonspolizei Solothurn wurde die Sachbeschädigung erst am Dienstagnachmittag um 15.45 Uhr gemeldet. Eine Strafanzeige wird eingereicht. (daa)