Bürgertag
Trouvaillen quer durch die Bürgergemeinde

Am Tag der offenen Tür gab die Bürgergemeinde Solothurn einen Einblick in ihre Aktivitäten

Mark A. Herzig
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Im Forstwerkhof konnten Kinder im Waldboden Würmer und Käfer sammeln, in Becher legen und die Tiere mit einer Lupe beobachten. Fotos: Felix Gerber

Im Forstwerkhof konnten Kinder im Waldboden Würmer und Käfer sammeln, in Becher legen und die Tiere mit einer Lupe beobachten. Fotos: Felix Gerber

Solothurner Zeitung

Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger und Bürgergemeindeschreiberin Anita Hohl hatten zusammen mit den Mitarbeitenden eingeladen, einem «fil rouge» durch die Bürgergemeinde Solothurn (BGS) zu folgen; diese zählt rund 10000 Bürgerinnen und Bürger, von denen fast 2000 in der Stadt wohnen. Das mit viel Engagement, Einfallsreichtum und Sorgfalt vorbereitete Angebot wurde zum Erfolg. Einige hundert Interessierte folgten der Einladung und begannen den Parcours zum Beispiel im Bürgerhaus im Unteren Winkel. Dort befinden sich nicht nur Büros, sondern auch der eindrückliche Bürgerratssaal. Vom Bürgerhaus aus wird die BGS geführt; dort wird unter anderem der Jahresbericht redigiert, der auf der übersichtlichen Website www.bgs-so.ch zu finden ist – wer Details wissen will, dem seien beide empfohlen.

Im Bürgerhaus traf man im Weiteren den «Herrn der Zahlen», Finanzverwalter Claude Tschanz, während Forstbetriebsleiter Ruedi Iseli im Betriebshof wirkte. Über den Tisch von Tschanz gehen die Rechnungen der Bürgergemeinde (Verwaltung, Altersheim, Rebgut, Forstbetrieb) sowie von 17 Fonds und Stiftungen. Letztere sind per se ein Stück der hochinteressanten Geschichte der BGS, über die man hier breit informiert wurde. Eine Steuerrechnung führt er nicht, da keine Bürgersteuer erhoben wird.

Der trockenen Verwaltungsmaterie satt gings weiter in den Oberen Winkel in den Weinkeller, wo pro Jahr gegen 90000 Flaschen Wein aus dem Rebgut der BGS in Le Landeron, deren Reben zwischen La Neuveville und Colombier stehen, etikettiert und verkauft werden. Das sind 90 Prozent des gesamten Ertrags von Pinot Noir (54 Prozent der Gesamtmenge), Chasselas (30 Prozent) sowie Chardonnay, Sauvignon Blanc, Malbec und Merlot (zusammen 16 Prozent).

Der Wald – eine Kernaufgabe

An der Allmendstrasse steht der Forstwerkhof, wo unter Leitung von Forstbetriebsleiter Ruedi Iseli grosser Betrieb herrschte. Neue und alte Maschinen und Geräte waren zu sehen und es flogen die Späne beim Schnitzen mit der Kettensäge. Im Forstwerkhof werden Hölzer aus den Wäldern der BGS be- oder verarbeitet.

Die BGS ist mit 2117 Hektaren die grösste Waldbesitzerin im Kanton, aber so, wie keiner ihrer Rebstöcke auf Kantonsgebiet wächst, so steht auf Stadtgebiet keiner ihrer Bäume. Die Beziehung zwischen Gesellschaft und Wald wird im Forstbetrieb ernst genommen und entsprechendes Schulungsmaterial angeboten. Holzprodukte (Bänke, Tische etc.) aus dem Forstwerkhof sind in beiden Häusern des Alters- und Pflegeheims BGS, das von Peter Aegerter geleitet wird, im Einsatz.

Die Häuser des Altersheims

Das passt ins Leitbild: «Kundenorientiertes Denken und Handeln stehen im Zentrum. Wir bieten umfassende Pflege und Betreuung, diverse Aktivitäten und Unterhaltung, altersgerechte und ausgewogene Ernährung, eine individuelle Beratung und einen gepflegten Wohnbereich in historischen Gebäuden und attraktiver Umgebung an.»

Das eine Haus des Alters- und Pflegeheims der BGS, St. Katharinen, liegt ganz im Osten der Stadt. An der Gestaltung der Aussenanlage mit Begegnungsweg und Tierpark war der Forstbetrieb wesentlich beteiligt. Das Thüringenhaus dominiert den Riedholzplatz und wird seinerseits vom Riedholzturm überragt.

Dass man sich bei der Bürgergemeinde Solothurn gut verpflegen kann, ist Tradition, erinnert sei an das Holzerbeizli (bekannt vom Weihnachtsbaumverkauf) sowie die Häuser des Altersheims mit ihrem Catering, Bewirtschaftung des Riedholzturms und das Lichterfest in St. Katharinen. Diese Tradition wurde auch beim «fil rouge» hochgehalten.

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