Premiere

«Ton an» für das Solothurner Musikfestival − eines der ersten diesen Sommer

Die Kulturveranstalter Jeanine Arn und Kaspar Rechsteiner organisieren ihr erstes Musikfestival.

Die Kulturveranstalter Jeanine Arn und Kaspar Rechsteiner organisieren ihr erstes Musikfestival.

Am Wochenende findet zum ersten Mal das Musikfestival «Ton an!» statt − eines der ersten Festivals überhaupt diesen Sommer.

«Ton an! füllt die Lücke zu dem Zeitpunkt, an dem Veranstaltungen zwar wieder möglich sind − die meisten aber abgesagt oder noch nicht neu geplant sind», heisst es auf der Ticketplattform Eventfrog. Gemeint ist ein zweitägiges Musikfestival, das dieses Wochenende in Solothurn stattfindet. So spontan wie es klingt, ist es auch. Die Kulturveranstalter Jeanine Arn und Kaspar Rechsteiner, die gemeinsam Kreuzkultur führen, haben das Festival in kürzester Zeit auf die Beine gestellt. «Vor zwei Wochen begannen wir mit der Planung und vor etwa eineinhalb Wochen fiel dann der endgültige Startschuss», erklärt Jeanine Arn. Seitdem hätten die beiden kaum eine freie Minute gehabt, erzählen Arn und Rechsteiner, die sich für das Gespräch während ihrer Mittagspause Zeit genommen haben. Zwischen Mittagessen und Kaffe erzählen sie, was es bedeutet, ein Musikfestival in so kurzer Zeit zu organisieren − und erst noch zum ersten Mal. Denn nicht nur ist es eines der ersten Festivals, welches diesen Sommer stattfindet, es ist auch das erste Ton an-Festival überhaupt.

Es ist der passende Zeitpunkt für das Festival

Mit dem Gedanken ein Festival durchzuführen, hätten sie bereits während dem Lockdown gespielt. Um zum ersten Mal ein Musikfestival in kleinerem Rahmen durchzuführen, könne der Zeitpunkt nicht passender sein. Und so habe man sich entschieden, die Gelegenheit beim Schopf zu packen. «Dass alle Veranstaltungen abgesagt sind, spielt uns in die Karten. So sind beispielsweise die Musiktage und der Kulturm Partner und stellen Leute. Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer wäre der Anlass nicht denkbar», sagt Arn. Und auch die Künstlerinnen und Künstler seien nach der Enttäuschung über die abgesagten Openairs von der Idee eines spontanen Festivals begeistert gewesen.

«Nach drei Tagen stand das Programm», so Rechsteiner. Dank des Netzwerkes, das die beiden in den letzten Jahren durch Kreuzkultur aufbauen konnten, ist es ihnen gelungen, einige namhafte Schweizer Bands für das Musikfestival zu organisieren. So treten am Wochenende unter anderem Troubas Kater, Long Tall Jefferson und Kalles Kaviar auf.

Stadt hat Idee von Anfang an unterstützt

Neben dem Programm gab es aber noch Vieles mehr zu organisieren. «Es war aufwendiger als üblich, die Bewilligungen einzuholen, auch weil wir das Schutzkonzept durch den Kanton genehmigen lassen mussten», erzählt Rechsteiner. Doch dabei konnten sie sich auf die Unterstützung der Stadt verlassen. «Die Stadt hat uns von Anfang an sehr unterstützt. Die Idee kam sehr gut an», so Arn. So kam denn auch von Stadtschreiber Hansjörg Boll der Vorschlag, das Festival im Innenhof des Kollegiums durchzuführen. «Zuerst dachten wir an die grosse Schanze als Schauplatz. Für einen solchen Anlass eignet sich aber das Kollegium gut», sagt Rechsteiner. Der Innenhof sei nach aussen hin abgesperrt und biete genügend Platz für die maximal 240 Gäste, die das Schutzkonzept vorschreibt. Weiter werden auf dem Gelände mehrere Handwasch- und Desinfektionsstationen verteil aufgestellt. «Zudem müssen wir die Personalien aller Gäste aufnehmen, was wir allerdings durch den ausschliesslich elektronischen Ticketverkauf lösen können», erklärt Rechsteiner die Massnahmen des Schutzkonzeptes.

Der Ticketverkauf sei bereits gut angelaufen. «Es ist ein Prototyp, könnte man sagen. Wir wollen schauen, wie das Festival bei den Solothurnerinnen und Solothurner ankommt», sagt Rechsteiner. Von einem eigenen Musikfestival träumen die beiden schon länger. «Vor zwei Jahren haben wir mit Kreuzkultur begonnen. Bereits damals hatten wir die Vision, einmal ein Festival auf die Beine zu stellen», erzählt Arn. Und Rechsteiner ergänzt: «Generell mangelt es an Stadtsolothurner Musikfestivals.»

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