Theater im Uferbau

Theatergespann Bader-Wachholz-Haldemann hat ein neues Stück in petto

Jens Wachholz, Pedro Haldemann und Hanspeter Bader (v.l.) bei der «Wein-Probe» im Roamer-Gebäude. Im Übrigen wirkt auch Iréne Roth (Ausstattung) mit.

Jens Wachholz, Pedro Haldemann und Hanspeter Bader (v.l.) bei der «Wein-Probe» im Roamer-Gebäude. Im Übrigen wirkt auch Iréne Roth (Ausstattung) mit.

Das Gespann Bader-Wachholz-Haldemann hat fürs aktuelle Stück ein neues Thema parat. Dieses Mal liessen sie sich dabei von von einem US-Spielfilm inspirieren.

Ihre Rastlosigkeit entpuppt sich fürs Solothurner Theaterpublikum Jahr für Jahr von Neuem als Gewinn: Und auch heuer machen die beiden Theatermänner Hanspeter Bader und Jens Wachholz keine Ausnahme. Ihre Fangemeinde, die sie sich seit 2004 mit ihrer komödianten Krimiserie «Soko Solo 11» angelacht haben, ist Jahr für Jahr angewachsen. Ungeachtet dessen, dass sie seither mit unterschiedlichen Themen ausserhalb des Krimigenres im Theater Uferbau TUB ihre wohlverdienten Lacher garniert haben.

So ist nach zwei schlaglichtartigen kritischen Betrachtungen des theatralen («Kleines Welttheater», 2016) und des gastronomischen Berufsfelds («All you can essen», 2017) heuer wieder ein Bühnenstück mit durchgängigem Spannungsbogen angesagt: «Männer AOC – aus kontrolliertem Anbau». Regie führt wiederum Pedro Haldemann.

Trailer von «Männer AOC», dem neuen Stück vom Theater im Uferbau Solothurn

Trailer von «Männer AOC», dem neuen Stück vom Theater im Uferbau Solothurn

Zwei Freunde wie Tag und Nacht

Die Protagonisten des tragikomisches Stoffs: Adi, der schwermütige Deutschlehrer und bescheiden erfolgreiche Buchautor, sowie sein Schulfreund Ben, seines Zeichens Schauspieler, der nach höherem als nach Auftritten in Werbespots oder bei «Aktenzeichen XY ungelöst» strebt. Ihren einwöchigen Abstecher ins Wallis treten sie jedoch aus unterschiedlichen Gründen an. Während sich Adi auf eine gepflegt-kultivierte Siebentage-Weinverkostung einstellt, will Ben nichts anderes als auf den Putz hauen und «einen wegstecken» – kurz vor seiner Heirat mit der Tochter eines millionenschweren Immobilien-Tycoons.

Vor allem aber will er dasselbe für seinen Kumpel, der auch nach zwei Jahren nach der Scheidung noch immer seiner Verflossenen nachtrauert, und deswegen ebenso regelmässig am Telefonhörer hängt wie an der Weinflasche. Und dies, obwohl die lustvollen Aus- und Einsichten während dieser Junggesellenwoche direkt vor seiner Nase wären und Ben um keinen Verkuppelungsversuch verlegen ist. Derweil hintersinnt sich Schürzenjäger Ben im Walliser Lustgarten, ob er wirklich in die Komfortzone des Ehehafens einfahren will – oder doch lieber woanders.

Nicht lange dauerts, und die Männerfreundschaft wird mächtig auf die Probe gestellt. Es gibt Zoff ... und einiges wird dabei zutage gefördert: In vino veritas. Und zur Enge ihres Hotelzimmers kommt die Beengtheit im eigenen Kopf hinzu, wie Bader anmerkt. «Die beiden sind Sklaven ihrer Psyche.»

Prototypen der Männlichkeit stehen im Rampenlicht, hier das bedächtige Über-Ich, dort das zügellose Es. Und sie verhalten sich gemäss dem Ausspruch von Ödön von Horváth: «Eigentlich sind wir ganz anders, wir kommen nur so selten dazu.» Und während sich der eine die Welt schöntrinkt, kopuliert sie sich der andere schön – und dies nicht, ohne auch nur ein Fettnäpfchen auszulassen.

Inspiriert durch Filmstoff

Die Entwicklung des Stücks erfolgte auch diesmal nach bewährtem Ablauf von Haldemann, Bader und Wachholz. Jeweils im Herbst beginnt das Ideenwälzen. «In diesem Fall haben wir uns von einem US-Spielfilm inspirieren lassen», so Wachholz. Die Handlung wurde auf deutsch, aufs Wallis und auf die Bühne umgeschrieben – und auch auf die beiden Akteure zugeschnitten. Gerade die im Filmgenre übliche Schnitttechnik wird durch knapp gehaltene Bühnenszenen simuliert. Cliffhanger akzentuieren den Spannungsbogen zusätzlich.

Aufs önologische Thema wurden Haldemann, Bader und Wachholz durch einen Abstecher nach Salgesch geimpft. Die auftauchenden Frauenrollen kommen lediglich in virtueller Form vor. Oder dann wird ihre Präsenz durch Audioeinspielungen verdeutlicht. «Es war eine Herausforderung, Dialoge mit Frauen auf die Bühne zu bringen, ohne dazu die weiblichen Darstellerinnen physisch präsent zu haben», erinnert sich Wachholz. Nach bereits fünf erfolgten Probewochen im Dachgeschoss des Roamer-Gebäudes bleibt deren noch eine für den Feinschliff – bevor Ben und Adi auf ihre Wein- und Seelenreise aufbrechen ...

Aufführungen vom 5. bis 21. April, jeweils Do bis Sa (ausser 12. April) im Uferbau. Reservationen: 078  694 73 41.

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