«Ich bin zufrieden, dass es so herausgekommen ist», sagt Stadtpräsident Kurt Fluri zum Abstimmungsausgang betreffend der neuen Gemeindeordnung. Das Volk hat diese ganz knapp, mit neun Stimmen Differenz, abgelehnt. "Das jetzige System passt zu unserer Stadt», sagt Fluri weiter.

«Erfolg für die FDP»

Eigentlich hatte Kurt Fluri mit einem anderen Ausgang gerechnet, denn «sehr viele Behördenmitglieder haben für ein ‹Ja› tendiert, und vor allem auch mehr als zwei Drittel des Gemeinderates.» Es sei deshalb schon überraschend, dass diese Mehrheit mit ihrem Anliegen nicht durchgedrungen sei, «Und schliesslich ist dieser Ausgang auch ein schöner Erfolg für die FDP», zollte der Stadtpräsident den Anstrengungen seiner Partei Anerkennung – der Freisinn hatte zusammen mit der SVP Front gegen die ausserordentliche Gemeindeorganisation gemacht.

Nun beginnt das «Schrübele»

Mit dem sehr knappen Resultat könne man «interpretieren, was man will», ist sich auch Kurt Fluri bewusst. Jedenfalls beginne nun das «Schrübele» innerhalb der ordentlichen Gemeindeordnung - die FDP hatte bekanntlich nur wenige Wochen vor der Abstimmung den «Elfer-Vorschlag» eingebracht, den Gemeinderat auf elf Mitglieder zu reduzieren und ein Ressortsystem einzuführen. «Der Gemeinderat wird wahrscheinlich eine neue Arbeitsgruppe einsetzen und das Ziel sollte sein, bis im Juni 2020 der Gemeindeversammlung einen Vorschlag zu unterbreiten. Dies im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen 2021 – «aber theoretisch würde ja auch noch der Dezember 2020 reichen.»

Kein Fluri-Plebizit

Seine Person und die bisherige lange Amtszeit sieht Fluri in einer ersten Analyse nicht als matchentscheidend für den Ausgang an. Auch glaubt er, dass das von den Befürwortern oft zitierte «Klumpenrisiko Kurt Fluri» überbewertet worden sei und seine Nachfolge das Amt stemmen werde. «Abgesehen davon: Solange es keine hauptamtliche Stadträte gibt, ist der Stadtpräsident immer dominant», verweist er auf das Beispiel Olten.

Im Abstimmungskampf habe er sich steht zurückgehalten, «ausser ich wurde gefragt. Aber bei diesen Mehrheitsverhältnissen im Gemeinderat hatte ich Hemmungen, aktiv zu werden.»