Solothurn

SP nominiert Franziska Roth einstimmig für Stadtpräsidiumswahl

Franziska Roth bekommt von Parteipräsident Claudio Marrari einen Strauss rote Rosen.

Franziska Roth bekommt von Parteipräsident Claudio Marrari einen Strauss rote Rosen.

Es war nur noch eine Formalität: Einstimmig und mit «Standing Ovations» nominierte die Sozialdemokratische Partei der Stadt Franziska Roth als Kandidatin für die kommende Wahl zur Gemeindepräsidentin.

Es war das wichtigste Geschäft der Parteiversammlung im Restaurant Kreuz vom Mittwoch. «Ich will, dass die Stadt gestaltet und nicht nur verwaltet wird», brachte es Corinne Widmer auf den Punkt.

Nachdem Franziska Roth ihre flammende Rede mit den Worten «ich bin bereit. Ich will Stadtpräsidentin werden» geschlossen hatte, stellte Parteipräsident Claudio Marrari, wie er es nannte, «die Mutter aller Fragen. Wer tritt gegen Kurt Fluri an?» Die Antwort hiess «Rosso». So wird Franziska Roth von den Parteifreunden genannt.

Bevor es soweit war, stellten einige Gemeinderatskandidaten - 26 der 30 möglichen Listenplätze sind bereits besetzt - das Wahlprogramm vor. Es waren die Punkte, die man von der SP erwarten darf: Familienfreundlicher soll die Stadt werden und den sozialen Zusammenhalt wollen die Genossen verbessern. Die SP will eine sportliche und ökologische Stadt mit bezahlbarem Gewerberaum für kleine Firmen.

Es gibt auch ganz konkrete Forderungen im Wahlprogramm: Ein Hallenbad soll gebaut werden, in dem die kleinen Kinder das Schwimmen lernen können. Im Sommer dürfen dann alle Einwohner der Stadt gratis in die Badi gehen, wenn es nach der SP geht. Und die Sanierung des Stadtmists dürfe nicht durch Gebühren finanziert werden, das sei unsozial, finden die Genossen.

Stöcklis Rede als Moralspritze

Mit Hans Stöckli hatte die SP der Stadt prominente moralische Unterstützung zur Parteiversammlung ins «Kreuz» eingeladen. «Das Stadtpräsidium ist das schönste Amt der Welt. Es verbindet Freiheit mit Macht», sagte Stöckli. Er muss es wissen. Während 18 Jahren war der heutige Ständerat Stadtpräsident von Biel.

Er lobte das Wahlprogramm der Solothurner Parteigenossen und gab noch eine zusätzliche Anregung: Die SP solle doch auch noch den Liegenschaftskauf ins Programm aufnehmen. «Seit bald 100 Jahren ist der Landkauf ein erfolgreiches Modell in Biel. Auch unter meiner Zeit haben wir jedes Grundstück gekauft, das wir zu einem vernünftigen Preis bekommen konnten.» Heute besitze die Stadt 26 Prozent des Baulandes in Biel. Das sei ein wichtiger Standortvorteil, um Investoren anzulocken. «Das ist schlecht für die Spekulanten und gut für die Wirtschaft», sagte Stöckli.

Auf der anderen Seite warnte er aber auch vor finanziellen Eskapaden. Diese würden schnell abgestraft. Dazu zitierte Hans Stöckli den legendären SP-Bundesrat Willi Ritschard: «Ein finanziell schwacher Staat kann kein sozialer Staat sein.»

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