Coronavirus

Solothurner Schauspieler will mit Livelesungen unterhalten

Jens Wachholz am 13. Solothurner Kleinkunsttag. (Archiv)

Jens Wachholz am 13. Solothurner Kleinkunsttag. (Archiv)

Der Solothurner Schauspieler Jens Wachholz will in der wegen des Coronavirus freien Zeit ein- bis zweistündige Livelesungen auf digitalem Weg abhalten. Dafür nimmt er Vorschläge entgegen.

Dass Zeiten der Not kreative Geister wecken, beweist die Gegenwart eindrücklich. Wohl am meisten macht sich dies bei all jenen bemerkbar, die sich der Kunst und Kultur widmen und den kommenden Wochen, vielleicht Monaten, mit Ungewissheit, aber nicht mit Lethargie entgegenblicken. Zu ihnen zählt auch Jens Wachholz, seines Zeichens Schauspieler, derzeit «ohne Bühne», wie er selbst es ausdrückt.

«Ausgeliefert in den eigenen vier Wänden kommen wir vielleicht von 100 auf 0. Planet Earth sagt als einiger Merci.» Aber: «Ganz runterfahren brauchen wir noch nicht.» Und so hat Wachholz, der seinen Lebensunterhalt unter gesellschaftlichen Normalbedingungen auch als Sprecher verdient, ein Angebot im höchst exklusiven Rahmen in petto. Denn auch wenn für ihn das Theaterspielen oder Filmedrehen ausbleibt – die Arbeit soll nicht ausbleiben. «Ich möchte nicht, dass wir gamend oder nur fernsehschauend diese Zeit in der Verödung oder Verblödung verbringen», findet er.

Nun gibts digitale Livelesungen

Konkret nimmt Wachholz ab sofort Literaturwünsche und Terminvorschläge per E-Mail entgegen, um jeweils ein- bis zweistündige Livelesungen auf digitalem Weg abzuhalten. Vorzugsweise über die Facetime-App (Apple), oder aber Skype (die meisten gängigen Systeme) kann man den Worten Wachholz’ lauschen, der aus dem Fundus seiner privaten Bibliothek oder aus Werken der freien Online-Bibliothek www.projekt-gutenberg.org vorliest.

Ein unentgeltlicher Dienst, der beiden Seiten Vorteile bringt, findet Wachholz: «Er kann entspannen helfen, kann ablenken, unterhalten oder nachdenklich stimmen – und ich bleibe im Training.» Aktuell kann sich Wachholz bereits über Buchungen freuen. «Ein Freund möchte etwas zum Geburtstag gelesen bekommen. Eine andere Freundin auch, sobald ihr WLAN wieder besser funktioniert.» Es dürften nicht die einzigen bleiben, hat doch Wachholz als Sprecher für Hörspiele, Features und als Vorleser für Bücher für sehbehinderte Menschen eine geschulte Stimme. Auch in anderer Form setzt sich Wachholz in aussergewöhnlichen Zeiten für die Literatur ein. Zum Beispiel mit der sogenannten «Social Distancing Bibliothek».

Konkret besteht ab sofort an der Ecke Bielstrasse/Jurastrasse ein Tisch mit Büchern, CD und DVD, der täglich erneuert wird und allenfalls auch über Nacht stehen bleibt.

Da derzeit die Zentralbibliothek geschlossen ist, ermutigt Wachholz jeden Bücherfreund, hier zuzugreifen oder Lesestoff aus dem eigenen Fundus beizusteuern. (ak)

Hinweis: Kontakt über Facetime via E-Mail-Adresse jenswachholz@gmx.de oder telefonisch, 078 404 56 62.

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