Dimitri Stapfer
Solothurner Schauspieler spielt Romeo: «Die Fechtszenen waren ein Heidenspass»

In der TOBS-Inszenierung von Shakespeares Liebesdrama «Romeo und Julia» spielt der Solothurn Dimitri Stapfer die männliche Hauptrolle. Für den «Romeo» wurde er direkt angefragt. Als anstregend aber auch mit viel Spass verbunden hat der 31-Jährige das Fechten empfunden.

Helmuth Zipperlen
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Dimitri Stapfer: «Ich habe das Hobby zum Beruf gemacht.»

Dimitri Stapfer: «Ich habe das Hobby zum Beruf gemacht.»

Hansjörg Sahli

Dimitri Stapfer, ist der Romeo für Sie eine Traumrolle?

Der Romeo gehört für mich neben Hamlet und Richard III. zu den herausragendsten männlichen Rollen, welche Shakespeare geschrieben hat, und es ist eine Ehre, sie in einem Schauspielerleben einmal spielen zu dürfen.

Zur Person

Dimitri Stapfer verbrachte seine Kinderjahre in Olten. Als 13-Jähriger ging er mit dem Zirkus Chnopf auf Tournee. Als er 17 Jahre alt war zog die Familie nach Solothurn, wo Dimitri Stapfer das zehnte Schuljahr im Schützenmattschulhaus besuchte, anschliessend im Buchhaus Lüthy eine dreijährige Lehre als Buchhändler absolvierte. 2014 schloss er das Master Studium in Schauspiel an der Zürcher Hochschule der Künste ab, hatte Engagements am Schauspielhaus Zürich, am Theater am Neumarkt, am Theater St. Gallen, wirkte in diversen Rollen am TOBS mit und hatte letzthin eine szenische Lesung im Schloss Waldegg. Für seine Rolle im Film «Left Foot, right Foot» erhielt Stapfer den Schweizer Filmpreis Quartz als bester Nebendarsteller und der Film «Sohn meines Vaters», in dem er die Hauptrolle spielte erhielt den Basler Filmpreis. Der Kanton Solothurn verlieh ihm den Förderpreis für Theater. (hz)

Wie sind Sie zu dieser Rolle gekommen? Gab es dafür ein Casting?

Die Schauspieldirektorin Katharina Rupp hat mich gefragt, ob ich diese Rolle spielen möchte. Ich bin dann nach Berlin gefahren und habe mich mit dem Regisseur Veit Schubert getroffen. Mir war wichtig, dass der Regisseur mich auch in dieser Rolle sieht. Es war eine sehr gute Begegnung.

Veit Schubert ist ein Regisseur, welcher vom Berliner Ensemble kommt. Wie war die Arbeit mit ihm?

Ich habe unglaublich viel profitiert. Schubert ist ein hervorragender und leidenschaftlicher Regisseur, welcher auf das direkte und unverblümte Zusammenspiel der Figuren setzt und nicht auf Effekthascherei. Die Probenarbeit mit ihm war eine grosse Herausforderung, denn seinem Auge entgeht keine Ungenauigkeit. Wir haben aber auch viel gelacht.

Wie zu vernehmen war, wird in dieser Inszenierung viel gefochten. War das für Sie körperlich sehr anstrengend?

Das Degenfechten ist Bestandteil der Schauspielausbildung. Aber mit den Inputs von Fechtmeister Klaus Figge wurde eine höhere Ebene erreicht. So sind die Fechtszenen sehr anspruchsvoll und anstrengend, haben aber auch einen Heidenspass gemacht.

Wie ist eigentlich Ihre Beziehung zum Theater Orchester Biel Solothurn?

Ich bin dankbar, in einem solchen starken und kreativen Ensemble schaffen zu dürfen. Es ist ein sehr offenes und freundschaftliches Ensemble und besteht aus qualitativ sehr hochstehenden Schauspielerinnen und Schauspielern. Zudem macht es Freude, hier in Solothurn vor einem Publikum zu spielen, welches das Theater in jeder Hinsicht unterstützt.

Spielen Sie lieber klassisches Theater oder modernes Theater?

Das kommt ganz auf die Regie an. Einige Leute haben ein gutes Händchen für die Klassik, andere eher für die Moderne. Ich bin in dieser Beziehung offen.

Nebst der Bühne haben Sie auch im Film Erfolge gefeiert. Haben Sie die Absicht weiterhin sowohl Theater zu spielen als auch zu filmen?

Ja, ich hoffe weiterhin die Balance von Bühne und Film zu halten. Die beiden Ausdrucksweisen bereichern sich gegenseitig.

Haben Sie auch ein Hobby?

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Wenn ich mich entspannen will, gehe ich in die Natur.
Was verbindet Sie mit der Stadt Solothurn?
Ich fühle mich in Solothurn daheim. Allerdings brauche ich auch die grosse Stadt Zürich, in der ich seit zehn Jahren wohne. Aber immer, wenn ich nach Solothurn komme, ist es eine Art Heimkommen.

Was kommt nach dem Romeo?

Im Herbst dieses Jahres wird die sechsteilige Fernsehserie «Frieden», eine SRF/ARTE-Koproduktion in der Regie von Mike Schärer, ausgestrahlt. Ich spiele als Nazijäger und Bundesanwalt Lütenegger eine der Hauptrollen. Demnächst kommt auch der Film «Beyto» von Gitta Gsell in die Kinos. Darin spiele ich die Rolle des Mike, ebenfalls im Hauptcast. Im Casino-Theater Winterthur trete ich ab Juni in der Komödie «Grab them by the Penis» auf.

Die Premiere von «Romeo und Julia» findet gemäss aktuellem Stand der Dinge statt, und zwar am Samstag, 7. März, um 19 Uhr im Stadttheater. Weitere Infos: www.tobs.ch

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