56. Solothurner Filmtage

Solothurner Filmtage finden im Januar sicher statt – nur wie steht wegen Corona noch offen

Das Publikum beim letztjährigen Eröffnungsfilm «Moskau Einfach!»: Ein Bild, das es bei der nächsten Ausgabe wohl kaum so geben wird.

Das Publikum beim letztjährigen Eröffnungsfilm «Moskau Einfach!»: Ein Bild, das es bei der nächsten Ausgabe wohl kaum so geben wird.

An der Mitgliederversammlung des Vereins «Schweizerische Gesellschaft Solothurner Filmtage» wagte die Direktorin Anita Hugi einen Ausblick auf die 56. Solothurner Filmtage. Sicher ist, dass sie von Corona geprägt sein wird.

Das wichtigste in Kürze:

  • Die Solothurner Filmtage finden nächsten Januar wieder statt. Verschiedene Szenarien sind denkbar.
  • Im Notfall gibt es die 56. Solothurner Filmtage im Januar online. 
  • Die Nacht der Nominationen wurde wieder auf den Montag des Festivals geschoben.
  • Das Festival tritt nächstes Jahr mit einer komplett neuen Website auf.

Die Planung sei eine echte Herausforderung. Die Direktorin des Festivals, Anita Hugi, wagt an ihrer ersten Mitgliederversammlung des Vereins «Schweizerische Gesellschaft Solothurner Filmtage» einen Ausblick auf das kommende Jahr. Das Thema rund um Corona wird sich sowohl auf den Inhalt des Programms als auch stark auf die Organisation des Festivals auswirken. «Unser Ziel ist es ganz klar, die Filmtage im Januar hier in Solothurn durchzuführen», sagt Hugi.

Mehr Vorführungen, längeres Festival?

Wegen der instabilen Situation rund um die Pandemie könne sie an diesem Abend noch keine konkreten Pläne vorweisen. Das Team arbeite momentan an Lösungen, wie man die Abstandsregeln einhalten kann, ohne an Eintritten zu büssen. Denkbar sei es, mehr Vorstellungen der Filme anzubieten, weil die Kapazität der Kinosäle geringer sein wird. Als Konsequenz halte man sich offen, auch die Länge des Festivals dementsprechend anzupassen. Mehr Zeit könne oder müsse auch beim Ein- und Auslass eingeplant werden, um ein Gedränge zu vermeiden. Nicht ganz ausschliessen kann die Direktorin in diesem Zusammenhang eine Kooperation mit Kinos aus der ganzen Schweiz, um das Festival zu dezentralisieren. Sollten die Umstände kurzfristig verunmöglichen, das Festival physisch durchzuführen, sei das Team mit einer online-Lösung gewappnet, versichert Hugi. Eine Online-Plattform dafür sei bereits in Vorbereitung. Eingesetzt werden soll es aber nur im Falle eines Notfalls, weil das Festival von Begegnungen lebe, so die Direktorin. Bei Bedarf sie auch eine hybride Form des Festivals möglich.

Finanziell (noch) in guter Lage

Ein Budget für die nächste Ausgabe konnte die Festivalleitung wegen der instabilen Situation noch keine vorstellen an der Versammlung. Es werde dieses Jahr mehrere davon geben, sagte Roland Kaiser, Zuständiger für die Finanzen der Filmtage. Denn zwischen den vorstellbaren Szenarien gebe es massive Unterschiede. Er versicherte aber, dass es keine Abstriche geben werde: Dank grosszügigen Geldgebern und Sponsoren, die daran interessiert seien, dass das Festival allen Krisen trotzt, habe man auch Reserven anlegen können. Konkret sind es fast 800'000 Franken sein, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Man wolle bei der nächsten Ausgabe auf keine Leistungen verzichten, versicherte Kaiser. Bei einer «ordentlichen» Durchführung müssen die Besucher also voraussichtlich auf nichts verzichten.

Neue Online-Plattform und Lösungen fürs Ticketing

Ganz im Gegenteil: Sie können sich auf einen komplett neuen Webauftritt des Festivals freuen. Laut Hugi soll er den kostenpflichtigen Festival-Katalog restlos ersetzen. Das kostenlose Programmheft allerdings werde weiterhin analog erhältlich bleiben. Verbesserungen können sich die Besucher auch im Ticketingsystem erhoffen, das beim letzten Festival den 11'000 Besuchern am Freitag nicht standhalten konnte. «Wir arbeiten daran, dass die Besucher all die Filme sehen können, die sie als erste Wahl sehen wollten», sagte Hugi.

Weniger Begegnungen, mehr Corona

Die Coronazeit werde auch einen wesentlichen Einfluss auf das nächste Programm haben. Im Rahmenprogramm sollen einerseits Plattformen geschaffen werden, wo man sich mit den Auswirkungen der Krise auf den Schweizer Film auseinandersetzen kann. «Es ist für die Schweizer Filmbranche eine grosse Herausforderung», unterstreicht die Direktorin die Situation.

Andererseits müssen die Besucher mit höchster Wahrscheinlichkeit auch auf die Programmpunkte mit Begegnungen verzichten. Stattdessen sollen mehr Platz und Zeit für Filmvorstellungen geschaffen werden. Eine weitere Änderung betrifft die Nacht der Nominationen: Sie findet wieder wie gewohnt am Montagabend des Festivals statt. Grund für die Änderung seien die Diskussionen rund um die Nacht gewesen, die mit ihrer Durchführung am Donnerstagabend als fehlplatziert kritisiert wurde.

Neue Vorstandsmitglieder

Thema bei der Mitgliederversammlung war selbstverständlich auch die vergangene Ausgabe der Filmtage. Die Bilanz sowohl subjektiv als auch quantitativ fiel sehr positiv aus, wie Hugi mitteilte. Erstmals seit 2013 nahm die Zahl der Besucher zwischen 15 und 24 Jahren zu und es konnten insgesamt mehr Eintritte verzeichnet werden als im Vorjahr.

Mit fast 11'000 Eintritten sei der Freitag der stärkste Tag gewesen. Des Weiteren wurde Peter Gomez aus dem Vorstand verabschiedet und zwei neue Mitglieder gewählt: Elisabeth Baume-Schneider, SP-Ständerätin aus dem Jura, und Regine Sauter, FDP-Nationalrätin aus Zürich. Sie konnten aus persönlichen Gründen nicht an der Versammlung teilnehmen.

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