Solothurn
Postulat macht auf «Wood-Waste» aufmerksam

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Holz aus der Region auch in der Region verwerten?

Holz aus der Region auch in der Region verwerten?

Stefan Kaiser

«Wir dürfen nichts auslassen, wenn wir wollen, dass die Energiestrategie 2050 eingehalten wird», meint Gemeinderat, Matthias Anderegg (SP). Das Postulat, welches er mit seinem Ratskollegen Claudio Hug (GLP) eingereicht hat, sei ein Teil von eben diesem grösseren Ganzen: Die Stadt soll mit der Regio Energie Solothurn und der Bürgergemeinde Solothurn Vorschläge unterbreiten, «wie Holz aus der Region im Rahmen der Fernwärmeversorgung nutzbar gemacht werden kann», steht im Postulat.

Dabei soll auch geprüft werden, ob die neu zu erstellenden Fernwärme-Hubs «mit einer Schnitzelholz Wärmeerzeugungsanlage ausgestattet werden können, die mit Holz aus der Region betrieben werden.»

Für Claudio Hug kamen gerade zwei Dinge zusammen, die ihn veranlassten, dieses Postulat zu schreiben: Im Gemeinderat war im Januar die Fernwärme Traktandiert und dort wurde unter anderem über diese Hubs gesprochen. Gleichzeitig hat er vom Bereichsleiter Forst der Bürgergemeinde Solothurn erfahren, dass dessen Forstbetrieb viel Holz hat, welches aktuell keine Verwendung findet.

Dieses Holz stammt aus Zwangsnutzungen, nach einem Sturm oder bei Sicherheitsholzschlägen. In der Region sei «Wood-Waste» ein latentes Thema, das durch den Wegfall heimischer Verarbeitungskapazität immer dringlicher werde. «Insgesamt liegt aktuell in den Waldungen der Bürgergemeinde rund 5000 Festmeter Energieholz mit einer kalkulatorischen Leistung von 11'200 MWh und wartet auf eine sinnvolle Verwendung», kann man dem Postulatstext entnehmen.

Dort wird weiter vorgerechnet, dass dies einem jährlichen Energiebedarf von rund 1900 gut isolierten Einfamilienhäuser entspräche. Diese Energie soll genutzt werden, auch die kurzen Transportwege des Holzes würde dafür sprechen. «Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir in Solothurn – wie es schon Bellach vormacht – kleine Wärmeverbunde macht, die mit einer Holzschnitzelheizung betrieben wird», meint Hug, dem es wichtig ist, dass man weg vom Energieträger Gas kommt. (jfr)

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