Solothurn
Neue Solothurner Stadtpräsidentin Stefanie Ingold: «Ich habe grossen Respekt vor Kurt Fluri»

Stefanie Ingold wurde zur neuen Stadtpräsidentin von Solothurn gewählt – mit 280 Stimmen mehr als FDP-Kandidat Markus Schüpbach. Im Interview spricht die SP-Frau über den Wahlkampf und Vorgänger Kurt Fluri.

Lea Durrer
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Der Freudentaumel und das Siegerinterview mit Stefanie Ingold.

Lea Durrer

Gratulation zur Wahl. Wie tönt Stadtpräsidentin Stefanie Ingold für Sie?

Das tönt schon noch sehr fremd. Da muss ich mich erst noch daran gewöhnen. Vor einem Jahr habe ich noch gedacht, dass es schwierig wird mit einer Wahl.

Doch es hat geklappt. Im ersten Wahlgang lagen Sie 41 Stimmen vor Markus Schüpbach. Jetzt konnten Sie den Vorsprung sogar noch ausbauen. Wie ist Ihnen das gelungen?

Das gilt es jetzt noch zu analysieren. Aber wir konnten im Vergleich zum Wahlkampf vor dem ersten Wahlgang noch näher an die Leute heran und hatten Zeit zu zeigen, wer ich bin und wo ich stehe. Das gab sicher den Ausschlag. Es freut mich sehr, dass ich meine Person transportieren konnte. Ich bin immer ich selbst geblieben.

Es war also klar eine Personenwahl.

Ja. Die Bürgerlichen haben in der Stadt Solothurn eigentlich immer noch einen höheren Stimmenanteil. Wenn es also der SP gelingt, dann geht es Richtung Personenwahl. Marco Lupi [Markus Schüpbach hatte sich in der internen Ausmarchung gegen ihn durchgesetzt a.d.R.] wäre viel vernetzter gewesen. Gegen ihn wäre es sicher anders herausgekommen. Marco Lupi ist ein Ur-Solothurner, der auch schon Gemeinde- und Kantonsrat war.

Zwei Wahlgänge bedeuten auch ein sehr langer Wahlkampf. Sind Sie nun froh, dass es vorbei ist?

Wir sind alle froh. Die letzten drei, vier Wochen waren sehr intensiv. Auch in der Schule war ich wegen des Coronavirus gefordert. Der Einsatz hat sich aber gelohnt und das freut mich sehr.

Stefanie Ingold nach der Bekanntgabe des Wahlresultats.

Stefanie Ingold nach der Bekanntgabe des Wahlresultats.

Hanspeter Bärtschi

Dann werden Sie jetzt noch feiern?

Ja sicher. Meine Familie und meine Eltern sind da und das freut mich sehr. Wir treffen uns noch alle im Kreuz. In der Schule rechnen sie am Montagmorgen nicht nicht mit mir.

Pädagogik und Politik – wo sehen Sie da Gemeinsamkeiten?

In beiden Bereichen geht es um Menschen. Man muss ihnen zuhören, sie abholen, wo sie stehen und sie motivieren. Das kann ich schon sehr gut. Deshalb freue ich mich sehr auf die Aufgabe. Mit grossem Respekt vor der Arbeit, die Kurt Fluri in den letzten Jahren geleistet hat.

Einer der ersten Gratulanten: Noch-Stadtpräsident Kurt Fluri.

Einer der ersten Gratulanten: Noch-Stadtpräsident Kurt Fluri.

Hanspeter Bärtschi

Die grossen Fussstapfen, in die Sie treten, machen Ihnen keine Angst?

Ich habe Respekt. Noch ist er ja im Amt. ich kann mir vorstellen, dass ich dann vielleicht das eine oder andere einmal bei ihm etwas nachfrage (lacht).

Die SP hat im Wahlkampf einen frischen Wind versprochen, wenn Sie gewählt werden. Wie rasch wird dieser im Stadtpräsidium wehen?

Da darf man nicht wie eine Dampflokomotive durchfahren. Man muss die Leute in der Verwaltung oder im Gemeinderat mitnehmen. Das Wichtigste ist: Wir definieren Ziele gemeinsam, streben sie an und schauen, dass wir die Leute auf diesem Weg mitnehmen.

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