Schulprojekt
«Es war tough»: 15-Jähriger joggte von Solothurn nach Zermatt

Vier Tage war der Solothurner Schüler Gian Gunzinger von der Stadt Solothurn nach Zermatt unterwegs. Mit seinem Schulprojekt sammelte er Spenden für einen guten Zweck.

Fabio Vonarburg
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Gian Gunzinger unterwegs.

Gian Gunzinger unterwegs.

Zvg

Die letzte war die härteste Etappe. 9,5 Stunden nachdem Gian Gunzinger im 45 Kilometer entfernten Hohtenn losgerannt war, traf er am Dienstag pünktlich um 18 Uhr in Zermatt ein. Über 40 Personen warteten bereits auf den 15-jährigen Schüler, für den seine Familie extra einen Zielbogen aufgestellt hatte. Zwar mass sich Gian mit keinen Kontrahenten, dennoch hat die Ankunft im Ziel die Bedeutung eines Sieges: der Sieg seines starken Willens.

Denn ohne diesen hätte der 15-Jährige die Her­ausforderung, die er sich selber im Rahmen eines Schulprojektes gestellt hat, niemals geschafft. 145 Kilometer joggen, von Solothurn bis nach Zermatt, und dies innerhalb von vier Tagen. TeleM1 fragte nach, wie sich das Erreichen des Ziel anfühlte.

Der Moment, an dem Gian Gunzinger sein Ziel erreichte.

TeleM1

«Es war sehr tough», sagt der Jugendliche, «anstrengender, als ich im Vorfeld gedacht hatte, doch ich habe es geschafft.» Zum Glück habe das Wetter mitgespielt, erzählt der 15-Jährige weiter, der in Solothurn das Schulhaus Kollegium besucht. Einzig am dritten Tag habe es kurz geschneit. «Ich bin durch wunderschöne Landschaften gerannt», schwärmt Gian Gunzinger.

Der 15-jährige Schüler Gian Gunzinger ist in Zermatt angekommen

Der 15-jährige Schüler Gian Gunzinger ist in Zermatt angekommen

Zvg

Ein Highlight: als das Matterhorn vor ihm auftauchte. «Das hat mich für die letzten Kilometer nochmals gepusht, der Schmerz in den Beinen war vergessen.» Und wie fühlt er sich am Tag danach? «Erstaunlich gut», sagt der 15-Jährige.

«Die Beine schmerzen zwar etwas, ich könnte aber sicher noch joggen. Jetzt gerade bevorzuge ich es aber zu relaxen»,

sagt Gian und lacht. In den nächsten Tagen, die er gemeinsam mit der Familie in Zermatt verbringt, wird er wieder aktiv. Vielleicht werde er noch Ski ­fahren gehen, sagt Gian, oder wandern.

Der Zermatter Kurdirektor ist beeindruckt

Beeindruckt von der Leistung des Schülers ist auch der Zermatter Kurdirektor Daniel Luggen, der mit Gian Gunzinger verwandt ist. Er ist sein Cousin. Mit ein Grund, warum der 15-Jährige Zermatt als sein Zielort ausgewählt hat. «Wenn jemand vier Tage hintereinander solche Distanzen läuft, gibt es dem nichts hinzuzufügen», sagt Luggen, den etwas noch weit mehr beeindruckt als die sportliche Leistung. Und zwar wie professionell Gian Gunzinger das Projekt organisiert hat.

Zermatt Tourismus hat den Solothurner Schüler bei der Kommunikation unterstützt und ihm ­geholfen, die passende Organisation für die Spendenaktion zu finden, die der Schüler im Zuge seines Projektes durchführte. So kam die Zusammenarbeit mit dem Matterhorn Children Center zusammen, das Kindern aus dem Slum von Mombasa die Schulbildung ermöglicht.

Kurz nach seiner Ankunft in Zermatt konnte Gian Gunzinger der Organisation einen Check überreichen. Rund 18'000 Franken hat er gesammelt. Der 15-Jährige dankt allen Spenderinnen und Spendern.

Gian Gunzinger joggt entlang der Aare in der Stadt Solothurn.

Gian Gunzinger joggt entlang der Aare in der Stadt Solothurn.

Tom Ulrich

Auch er selber hat ein Dankeschön erhalten – von Zermatt Tourismus. «Es geht für Gian noch höher hinaus», erzählt Daniel Luggen. Der 15-Jährige darf mit einem Bergführer auf das Matterhorn klettern. «Die nötige Kondition dazu hat er ja», sagt der Zermatter Kur­direktor.

Zwei Schülerinnen paddeln die Aare rauf und runter

Mit dem Abschlussprojekt an der Schule Gutes tun, dachten sich auch Ada Jael Ojukwu und Nora Scartazzini, die beide das Schulhaus Kollegium in Solothurn besuchen. Die beiden werden ab Montag mit dem Kanu von Solothurn aus bis zur Schleuse vor dem Bielersee paddeln und wieder zurück, was einer Distanz von 57 Kilometern entspricht. Die beiden 15-Jährigen haben dazu 3 bis 5 Tage eingerechnet und werden jeweils in einem Zelt übernachten. Dabei sammeln sie Spenden für die Welthungerhilfe. «Wir wollten einer Organisation helfen, welche es besonders in diesen Zeiten nicht sehr leicht hat.» Weitere Informationen unter: www.kanufahrt-gegen-den-hunger.jimdosite.com. (fvo)