Solothurn
Brand beim Altersheim Thüringenhaus in der Solothurner Altstadt: Schaden in Millionenhöhe – die Aufräumarbeiten haben begonnen

In der Solothurner Altstadt ist am Montagabend beim Altersheim Thüringenhaus ein Brand ausgebrochen. Drei Häuser wurden zerstört. Mehrere Menschen mussten ins Spital gebracht werden.

Online-Redaktion
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Drohnenaufnahmen zeigen das Ausmass der Zerstörung.

Dominic Müller

Riesiges Glück im Unglück: Am Montagabend brannten drei Häuser in der Solothurner Altstadt. Im Zentrum der Flammen stand das Alters- und Pflegeheim Thüringenhaus der Bürgergemeinde Solothurn. Doch verletzt wurde niemand.

Neun Personen, darunter zwei Angehörige der Feuerwehr, wurden zwar ins Spital gebracht, dies aber wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung.

«Wir konnten über 25 Personen evakuieren», sagte Andreas Mock, Mediensprecher der Solothurner Kantonspolizei noch am Abend. Diese wurden vorerst im Ambassadorenhof und anschliessend in einer Turnhalle versorgt und von dort in verschiedenen Einrichtungen untergebracht.

Der Brand beim Thüringenhaus in der Solothurner Altstadt konnte inzwischen gelöscht werden.

Der Brand beim Thüringenhaus in der Solothurner Altstadt konnte inzwischen gelöscht werden.

Lucien Fluri

Auch Anwohner wurden aus den Häusern evakuiert. Sie harrten teils beobachtend in der Kälte aus, während erschrockene Altstadtbewohner zum Brandort eilten, ebenso wie Hauseigentümer naher Gebäude. Sie beobachteten das Geschehen sorgenvoll.

«Ein Riesenschock»

«Es ist ein Riesenschock», sagte Stadtpräsidentin Stefanie Ingold, um Worte ringend. Sie war privat unterwegs, als sie von der Feuerwehr kontaktiert wurde und sofort vor Ort eilte.

Tief bewegt war auch Sergio Wyniger anzutreffen, der Präsident der Bürgergemeinde Solothurn. «Es sieht ganz schlimm aus», sagte er vor Ort gegenüber dieser Zeitung. «Die Hälfte vom Heim ist jetzt wahrscheinlich unbrauchbar.» Im betroffenen Teil sei die Küche und auch die Server der Solothurner Bürgergemeinde untergebracht.

«Das Wichtigste ist aber natürlich, dass es allen gut geht und man alle Betroffenen rechtzeitig aus dem Altersheim holen konnte. Das ist ein grosses Glück», so Wyniger. «Alles andere ist im Prinzip ja nebensächlich.»

TeleM1/ArgoviaToday

Die Brandmeldung ging am Montag nach 19.15 Uhr bei der Kantonspolizei ein. Über der Altstadt war eine riesige Rauchsäule zu sehen, rund um das Museum Altes Zeughaus standen Ambulanzfahrzeuge und Dutzende Feuerwehrleute aus der Stadt und aus den umliegenden Gemeinden wie Zuchwil und Bellach kämpften gegen das Feuer.

Teile des Altersheimes brannten lichterloh. Später war nur noch das Gerippe des Dachstocks zu sehen. Auch die Zimmer sind komplett zerstört. Ziel der Feuerwehr war es, das Übergreifen auf weitere Altstadtgebäude oder den Riedholzturm zu verhindern.

14 Bilder

Corinne Glanzmann / Keystone

Dies gelang der Feuerwehr glücklicherweise, die noch bis in die Nacht im Einsatz war, um den Brand zu löschen. Er ist inzwischen unter Kontrolle, aber nicht vollständig gelöscht, wie Andreas Mock, Mediensprecher der Solothurner Kantonspolizei auf Anfrage erklärte. Einzelne Brandherde im Gebäude gibt es immer noch.

Was den Brand ausgelöst hat, ist auch am Tag danach noch unklar, auch wie hoch der Schaden ist, lässt sich noch nicht sagen, es ist aber davon auszugehen, dass es Kosten in Millionenhöhe sind. Die Solothurnische Gebäudeversicherung geht von einem Sachschaden von rund 2,5 Millionen Franken aus.