«Wir haben jetzt zehn Jahre Erfahrung mit Jura Trois-Lacs gesammelt – wurden aber eher als deutschsprachige Randdestination wahrgenommen», eröffnete Michael Hug seinen Jahresbericht. Der Schwerpunkt der Drei-Seen-Region sei stets in Neuchâtel gewesen, und deshalb habe man nach einer Überprüfung durch die von Roland Furrer geleitete Arbeitsgruppe entschieden, den Vertrag mit der Partnerorganisation aufzulösen. «Gemessen an den Kosten war die Sichtbarkeit von Solothurn zu gering», meinte der Präsident weiter. «Wir müssen unterschiedliche Allianzen eingehen können.»

Solche sieht der Präsident für Region Solothurn Tourismus eher im Osten, bei Aargau Tourismus. «Die Zusammenarbeit mit ihnen wäre wesentlich lockerer, aber wir können mit einer Kooperation wesentlich mehr Sichtbarkeit für Solothurn erzeugen», kommentierte Hug den Schritt, der allerdings etliches an Mehrarbeit für das neunköpfige Solothurner Team mit 750 Stellenprozenten bedeuten werde.

Licht und Schatten

Tourismusdirektor Jürgen Hofer hatte vor allem eine Zahl für das erfolgreiche letzte Jahr vorzuweisen: «Erstmals haben wir die magische Zahl von mehr als 100'000 Logiernächten in der Hotellerie übertroffen.» Zusammen mit der Parahotellerie waren es gar 144'982 Logiernächte, die 367'000 Franken an Kurtaxen in die Vereinskasse spülten. «Und dieses Geld haben wir zu 100 Prozent reinvestiert», erklärte Hofer.

So bringe ein Hotelgast pro Kopf und Tag 192 Franken in die Stadt, ein Tagesgast immer noch 43,50 Fr. – damit kämen im Jahr 40 Mio. Fr. zusammen, die «zu 80 Prozent den Restaurants und dem Detailhandel zufliessen».

Einen Wermutstropfen machte Hofer aber doch noch aus: Das 40-köpfige Stadtführungsteam hatte weniger zu tun, als auch schon, sank doch die Zahl der Führungen von 1497 auf 1413 mit rund 22'000 Gästen. Ein Rückgang, der auf das schöne, heisse Sommerwetter zurückzuführen sei.

Finanziell stehe Region Solothurn Tourismus dank einer guten Liquidität solide da, wurde weiter ausgeführt. Bei einem Etat von gut 1,5 Mio. Franken resultierte wieder ein Gewinn im 100-Franken-Bereich, wobei 70'000 Franken an Rückstellungen für die Aktualisierung der EDV und insbesondere der wichtigen Website aufgelöst worden waren. Seit 2008 alimentiert die Stadt den Verein mit jährlich 430'000 Franken, den Rest machen die erwähnten Kurtaxen, die Stadtführungen und Beiträge der 565 Mitgliederbeiträge aus. Den Löwenanteil beim Aufwand steuern die Personalkosten von rund 700'000 Franken bei.

Ohne Gegenstimme wurde im Landhaus der Einführung einer Vorstandsentschädigung von 1500 Franken für den Präsidenten und 600 für jedes Vorstandsmitglied zugestimmt.

Es tut sich einiges

Viel hat der Verein 2019 vor: Neben der neuen Website sollen künftig drei Webcams für Solothurn werben; eine neue Leistungsvereinbarung mit dem Kanton steht an, Grossanlässe wie das Winzerfest in Vevey oder die Bundesgartenschau in Heilbronn wollen besucht werden. Geehrt und verabschiedet wurde die langjährige Stadtführerin Annette Feier. Mit ein Grund, dass das Stadtführungsteam um zehn neue Gesichter aufgestockt werden soll.