Solothurn

Passen Frauen und Politik überhaupt zusammen?

Johanna Bartholdi war zu Besuch in Solothurn. (Archiv)

Johanna Bartholdi war zu Besuch in Solothurn. (Archiv)

Die städtische FDP leidet an Frauenmangel. Doch sie weiss: Motivierte Frauen für politische Ämter zu gewinnen, ist keine leichte Sache. Mit Franziska von Ballmoos als Vollmitglied und Barbara Feldges als Ersatzmitglied vertreten zurzeit nur gerade zwei Frauen im Gemeinderat das liberale Gedankengut. Zu wenig, fanden die Politikerinnen und luden in einem ersten Schritt gestandene Frauen, die in der Politik aktiv waren oder noch sind, zu einem Frauen-Apéro in die «Santas Oase» am Stalden ein. Darunter auch die Kantonsrätinnen Johanna Bartholdi aus Egerkingen und Karin Büttler-Spielmann aus Laupersdorf.

Familie, Arbeit und Politik unter einem Hut?

Die entscheidenden Fragen, die die Anwesenden umtrieben: Wie lassen sich Familie, Arbeit und politisches Engagement unter einen Hut bringen? Und: Passen Frauen und Politik grundsätzlich überhaupt zusammen? Ist es für liberale Frauen tatsächlich schwierig, in die Männerwelt reinzukommen und was müssen Frauen ändern, wenn sie in der Partei mitreden und sich von alten Rollenbildern verabschieden wollen?

Karin Büttler, Mutter von vier Kindern, liess keinen Zweifel offen: «Politisieren macht Freude und ist interessant, aber es wird einem nichts geschenkt, und es braucht Kraft.» Vor allem von Frauen werde in der Politik sehr viel erwartet. «Nur wenn wir zusammenstehen und einander gegenseitig stärken und unterstützen, können wir etwas bewirken.» Lust am Politisieren war auch bei Johanna Bartholdi Thema. «Man lernt viele Leute kennen und kann viel bewegen.» Letzteres gehe aber nur, wenn man sich durchsetzen und fordern müsse, auch wenn man nicht immer alle zufriedenstellen könne.

Um als Frau in der Politik zu reüssieren, müsse man weder seinen Beruf aufgeben noch in der Familie scheitern, waren die erfahrenen Politikerinnen überzeugt. Wichtig sei, umzudenken und sich von alten Rollenbildern zu lösen. Niemand zweifelte ernsthaft daran, dass auch ein Mann den Haushalt managen kann und man sich nicht zuletzt dank Homeoffice gegenseitig unterstützen könne. Wenn sich Frauen in der Politik behaupten wollen, sei es aber auch wichtig, parteiübergreifende Netzwerke aufzubauen und sich selbst mehr zuzutrauen.

Dazu komme, dass auch ein blosses Mitwirken in Kommissionen wertvoll sei. Blieb zum Schluss noch die Frage offen, wie man Frauen dazu motiviert, in der Politik aktiv zu werden. Eine Hürde, die bei den FDP-Frauen noch einiges Kopfzerbrechen verursachen wird. Im Klaren war man sich darüber, dass sich alle Anwesenden an der Suche nach geeigneten Frauen beteiligen sollten. «Es geht weiter», versprach Barbara Feldges, fest entschlossen, den Frauenmangel in der Partei zu beheben. «Wir werden weitere derartige Anlässe planen und politisch Akzente setzen.»

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