Wengistrasse

Noch keine Spur von Nachmietern an der Wengistrasse

Wären zu haben: Die drei untersten Geschosse des Geschäftshauses an der Wengistrasse 17.

Wären zu haben: Die drei untersten Geschosse des Geschäftshauses an der Wengistrasse 17.

Die Liegenschaft liegt zentral und sollte eigentlich der Herzschrittmacher des Geschäfts- und Bankenviertels oberhalb des Westbahnhofs sein. Das war sie auch im Herbst 2002, denn damals zogen klingende Namen ins Eckhaus ein.

Im Untergeschoss kam die neue Solothurner Hauptpost unter, im Parterre und Obergeschoss für ABM die Berner Warenhauskette Loeb. Bald gabs jedoch Kritik an der «unterirdischen» fensterlosen Poststelle, und Loeb warf schon im August 2005 wieder das Handtuch – «wir haben den Standort überschätzt», hiess es damals.

Was blieb, war ein auf zehn Jahre befristeter Mietvertrag, den Loeb mit «Solout» erfüllte – auf beiden Etagen führten die Berner fortan einen Outlet-Laden, der aber nun mit Auslaufen des Vertrages im Januar 2013 geschlossen wird. Schon länger angekündigt hatte die Post ihrerseits ebenfalls den Auszug nach Auslaufen ihres Vertrages Ende April 2013.

Loeb behält Auge auf Solothurn

Nicole Studer, Medienverantwortliche von Loeb in Bern, bestätigt die «Solout»-Schliessung, meint aber: «Solothurn kann nach wie vor für uns ein Thema sein.» Immerhin fahre Loeb eine «vorsichtige Expansionsstrategie», jedoch mit Partnern teilweise auf Franchising-Basis in kleineren Läden. «Und diese müssen eine zentrale Lage aufweisen», betont Studer. «Aber Solothurn gehört ja in unser Einzugsgebiet», schliesst sie eine Rückkehr an den Jurasüdfuss nicht ganz aus.

Derweil sind die je rund 1000 Quadratmeter im Parterre und Obergeschoss, aber auch 620 «Post-Quadratmeter» im Untergeschoss, riesig und plakativ durch den Immobilienvermarkter Livit an der Fassade ausgeschrieben. Die Nachfrage, ob es schon neue Mieter gebe, führt zu einer ergebnislosen Odyssee von der Livit-Medienstelle in Zürich bis zur UBS-Pressezentrale in Basel – denn als Liegenschaftsbesitzerin aktenkundig war seinerzeit die Solintra AG als Gesellschaft eines UBS-Immobilienfonds.

Der Confiseur behält die Ruhe

«Ich weiss auch nicht, was danach kommt», sieht der Solothurner Confiseur Philipp Hofer dem Exodus der bisherigen Mieter im nächsten Jahr gelassen entgegen. Er war als Untermieter von Loeb mit dem «Solout»-Start ins Parterre eingezogen und hatte dort ein Café zusätzlich zum Stammhaus am Stalden eröffnet.

Zwar wollte Hofer diesen Oktober an der Gurzelngasse 13 eine weitere Geschäftslokalität eröffnen, doch der Hausumbau verzögerte sich. «Es wird wohl März werden, bis ich dort einziehen kann.» Am Standort Wengi-strasse hält er jedoch vorderhand fest. «Das Geschäft dort läuft vor allem über den Mittag gut», meint der Confiseur, der deshalb im Gegensatz zum ganzen Umfeld nicht an einen Auszug denkt – und allenfalls mit kurzen Untermietverträgen die Situation im Auge behält.

Post hüllt sich in Schweigen

Im Mai hatte die Post eine Neuorganisation ihres Angebots in Solothurn bekannt gegeben. Darunter die Einrichtung einer Poststelle in der bald ehemaligen Raiffeisenbank am Kronenstutz, die im nächsten Frühling ihren neuen Hauptsitz am Kronenplatz beziehen will.

Dazu den Auszug aus der unterirdischen Hauptpost gegenüber des inzwischen unbedienten Westbahnhofs. Zielvorgabe: eine Poststelle wieder an der Wengistrasse. Unsere Nachfrage ergab nur ein nichtssagendes «Wir werden Sie dann schon informieren.»

An leeren Quadratmetern für die neue Poststelle mangelt es im Westen der Wengistrasse nicht – bei der «Mobiliar» auf der nördlichen Strassenseite wären ebenso Hunderte zu haben wie schräg gegenüber im ehemaligen, ebenfalls seit Jahren aufgegebenen Modetempel von Oviesse.

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