Stadtbummel Solothurn

Neugierige Gewohnheitstiere – warum Solothurnerinnen und Solothurner die besten Esser sind

Mmmh, fein! Findet zumindest manch ein Solothurner.

Mmmh, fein! Findet zumindest manch ein Solothurner.

Solothurnerinnen und Solothurner sind wenig experimentierfreudige Esser? Ein Klischee, das revidiert werden muss.

Wie viele Beizen gibt es in Solothurn? Zugegebenermassen eine schwierige Frage, schliesslich weist unsere Stadt schweizweit eine der höchsten Beizen-Dichten pro Kopf auf. Sucht man auf Google nach der Antwort, erhält man 21 Restaurant-Adressen – die Liste ist unvollständig.

Wie viele Solothurner Beizen besuchen Sie regelmässig? Drei? Vielleicht vier? Oder nur eine? Tatsache ist: Eine hohe Beizen-Dichte macht zwar im Stadtführer eine gute Figur, in der Praxis jedoch bringt sie einem oft wenig Abwechslung. Menschen sind Gewohnheitstiere, und es sei gewagt zu behaupten: Solothurnerinnen und Solothurner im Besonderen. Neo-Gastronomen tun sich oft schwer in unserer Stadt, wer in der Szene einen Namen hat, ist im Vorteil. Ein Klischee? Falls ja, gibt es da einige Gründe, es zu revidieren.

Am Streetfood Festival etwa, das vor zwei Wochen unter der Leporello-Brücke stattfand, taten sich die vielen Besucherinnen und Besucher neben Känguru-Fleisch auch an frittierten Mehlwürmern, Kurzflügelgrillen und Wanderheuschrecken gütlich.

Weniger ungewöhnlich, aber auch nicht schweizerisch wird der Sushi-Take-away sein, der, wie diese Woche bekannt gegeben wurde, in das Ladenlokal der Rossmetzg an der Schaalgasse einziehen wird – die Leute freuen sich drauf, wie die Reaktionen zeigen. «Frisch, gesund und abwechslungsreich» sollen die Gerichte sein und ohne Fett, Öl und Zucker auskommen (im Gegensatz zu Solothurner Klassikern wie dem Wysüppli oder der Solothurner Torte, die je gut 500 Kalorien pro Portion zählen und einen schmackhaften Rahm- und Butteranteil aufweisen).

Überhaupt standen die Solothurner Sommerwochen im Zeichen kulinarischer Neuerungen. Im Juni eröffnete am Stalden das erste komplett vegetarische Restaurant, im «Flora» gibt es jetzt Indisches zu kosten sowie Elsässische Flammkuchen an der Schaalgasse. Und wer probierte gestern am «Chästag» eine der kreativen Käsekreationen?

Auch altbekannte Betriebe bringen uns Abwechslung – im Rhythmus der Jahreszeiten: September für September freuen wir uns auf den «Chestelemuni», und bereits findet man erste Kürbissuppen auf den Menüs. Fondue- und Wild-Saison beginnen demnächst – vielleicht probieren wir ja mal eine andere Beiz?

Übrigens: Ein Betrieb inmitten der Altstadt hat diesen Monat grüne Spargeln im Angebot. Aber ob wir Solothurner wirklich so Exotisches mögen?

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