Auf einen Kaffee mit...

Nach zwei Jahren im Ausland will der Solothurner seine Tanzkarriere von hier aus weiterverfolgen

Romano Solano tanzte in den USA und London.

Romano Solano tanzte in den USA und London.

Auf einen Kaffee mit ... Romano Solano. Zwei Jahre tanzte er in den USA und London. Jetzt ist er zurück in Solothurn. Sein Traum: Einmal für einen grossen Künstler als Backgroundtänzer aufzutreten.

Vor zwei Jahren hat Romano Solano seine Koffer gepackt und ist nach New York City gezogen. Das Ziel: professioneller Tänzer werden! Jetzt ist der ehemalige Kaufmann wieder in Solothurn. Diesmal aber nicht nur zu Besuch. Er will bleiben. Bei einem lockeren Gespräch erzählt der 26-jährige, wie er im Ausland gelebt und getanzt hat.

Vor zwei Jahren trat er das Training am Broadway in New York an. Damals wusste er noch nicht, was ihn in der Grossstadt erwartet. «In New York habe ich mich selbst kennen gelernt», meint er. Die Messlatte sei jedoch sehr hoch in der Metropole. «Bei den Auditions für Tanzjobs hat es viel Konkurrenz. Manchmal sind da bis zu vierhundert andere Tänzer», erzählt Romano. Auch finanziell sei es nicht immer einfach gewesen.

Nach New York, trainierte Romano zwei Monate lang in Los Angeles. Als sein Visum in den USA ablief, zog er kurzerhand nach London. Dort war es schwierig eine Balance zwischen Training und Arbeit zu finden. Dort arbeitete er zusätzlich im Detailhandel. «London kennt kein Samstag oder Sonntag, man arbeitet immer».

In der Zeit im Ausland lernte er viele Tänzer kennen, die ihn inspiriert haben. «Von jedem lernte ich etwas, so hat sich mein Tanzstil weiterentwickelt», erklärt Romano.

Er will andere mit seinem Tanzen inspirieren

Romano begann mit Contemporary Jazz Modern als er sechs Jahre alt war. «Tanzen ist eine Leidenschaft. So kann ich mich ausdrücken und meine Emotionen leben.» Nebst Contemporary trainiert er Jazz Funk, Commercial und Heels. Bei der Frage, ob er wegen Tanzvideos in denen er High Heels trägt, schon auf Kritik gestossen ist, schmunzelt er. «Es ist sehr gut für die Balance», erklärt er. «Es ist ein Tanzstil wie jeder andere. Ich trainiere, was mir gefällt und bleibe positiv», ergänzt er. In Solothurn ist er aufgrund seiner Auftritte bei den Castingshows «die grössten Schweizer Talente» und «Got to Dance» bekannt. Eine Erfahrung, die ihn dazu gebracht habe, sich auf seine Tanzkarriere zu fokussieren. «Genau das habe ich die letzten zwei Jahren gemacht.»

Nebst seiner lockeren, fröhlichen Art fällt er vor allem durch eine Eigenschaft auf. Obwohl
er nur mit einem Arm geboren wurde, lässt er sich von nichts abbringen. «Wenn ein Choreograph etwas mit links macht, gestalte ich die Bewegung einfach um.» Inspirieren liess er sich auch von seinen Tanzlehrern. «Besonders geprägt haben mich Jojo Gomez aus L.A. und Nijawwon Mattheys am Broadway in New York.» Zwei grosse Namen aus der Tanzwelt.

Eine grössere Herausforderung sei sein rechtes Bein, welches vier Zentimeter kürzer sei. Nebst dem fehle ihm dort das vordere Kreuzband. Deswegen muss er seinen Körper stets aufs Neue ausbalancieren. «Ich muss gut auf meine Gesundheit achten. Um meinen Körper auszubalancieren, mache ich viel Krafttraining.» Nebstdem tanzte er sechs Tage die Woche. «Es ist anstrengend, aber machbar», sagt er lachend.

Durch das Tanzen will Romano anderen Mut machen. «Manche haben das Gefühl, mit einer körperlichen Einschränkung vieles nicht zu können.»

Wie es nun weitergeht mit der Tanzkarriere

So toll das Tanzen im Ausland sei, habe ihm die Schweiz gefehlt. «Solothurn ist klein und gemütlich. In London lebt jeder in seiner eigenen Welt.» Der Gedanke, zurück in die Schweiz zu ziehen, sei schon länger da gewesen. Zudem wurde es angesichts der Coronakrise ziemlich ruhig in der Grossstadt. «Ich habe im Film- und Tanzbereich gearbeitet. Anfang März wurde alles abgesagt.» Finanziell sei eine solche Situation nicht leicht. Der Kulturbereich in London sei stark betroffen gewesen. «Viele meiner Tanzkollegen sind auf staatliche Hilfe und Ersparnisse angewiesen.»

Eines ist aber klar. Er will in der Schweiz bleiben. «In den nächsten paar Monaten werde ich sicher nicht wieder auswandern.» Er meint, er wolle nun seine Tanzkarriere von der Schweiz aus verfolgen. «Ich kann auch von der Schweiz aus reisen und bei Tanzprojekten im Ausland mitmachen.» Darauf hätten auch Familie und Freunde positiv reagiert. «Sie haben sich sehr gefreut.» Obwohl er einige Ideen hat, wie es in Zukunft weitergeht, meint er: «Ich will erstmals einfach ankommen.»

Auch der Weg zum grössten Ziel in seiner Tanzkarriere liegt noch vor ihm. «Mein Traum ist es, einmal für einen grossen Künstler als Backgroundtänzer aufzutreten.» Obschon zurück in Solothurn, soll es mit der Tanzkarriere weitergehen. «Ich will meine Visionen zum Leben bringen. Möchte Tanzstunden geben, Menschen motivieren und inspirieren.» Ausserdem hat er einige Projekte geplant, von denen er noch nicht zu viel verraten will. Auf diese Weise verfolgt er weiter sein Ziel, professioneller Tänzer zu werden.

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