Reservoir Königshof
Nach vier Jahren Wartezeit kann endlich gebaut werden

Vor fünf Jahren hatte die Regio Energie Solothurn ihre Plane für ein neues Wasserreservoirs oberhalb des Königshofs vorgestellt. Doch wegen juristischen Auseinandersetzungen mit der Anwohnerschaft hatte sich das 8-Millionen-Projekt bis jetzt verzögert.

Wolfgang Wagmann
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Bauarbeiten am Reservoir Königshof
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 Rund 3400 Quadratmeter Wald mussten vorerst für den Bau des Reservoirs weichen.
 Der grösste Teil der gerodeten Fläche muss wieder aufgeforstet werden.
 Erste Vorarbeiten sind an der Amanz-Gressly-Strasse im Gange.
 Vorne auf der Kreuzung beim Alwyberhüsli wird der neue Leitungsstrang zum Reservoir angedockt.
 Auch an der Bergstrasse sind erste Arbeiten in Gang gekommen.

Bauarbeiten am Reservoir Königshof

Wolfgang Wagmann

2016 hätte der Baubeginn erfolgen sollen, doch bereits bei der Anwohnerorientierung 2015 kamen kritische Stimmen aus der Anwohnerschaft auf. Das geplante neue Reservoir Königshof der Regio Energie Solothurn erforderte nämlich die Rodung eines respektablen Waldstücks auf Rüttener Boden oberhalb des Sommersitzes Königshof. «Wir konnten es nicht in der Landwirtschaftszone errichten und mussten deshalb diese Lösung verfolgen», erklärt dazu Projektleiter Andrew R. Lochbrunner. Doch bis auf 300 Quadratmeter, die man für den Bau des Reservoirs benötige, «wird alles wieder aufgeforstet».

Der Waldrandsaum muss wieder entstehen

Die übrige, zehnfach so grosse Rodungsfläche wird nach dem Bau wieder aufgeforstet, denn der Kanton hatte seinerzeit auch beschlossen, dass der Waldrandsaum hinter dem Königshof aus Gründen des Ensembleschutzes bewahrt werden müsse ‐ und so die Regio Energie quasi gezwungen, den Neubau «in den Wald hinein» zu verlegen. Die Anwohner-Opposition wurde 2018 aber auch mit dem Hinweise beschwichtigt, dass das Bauwerk «von grossem öffentlichen Interesse» sei, was den Eingriff im Wald rechtfertige. Und für den Tier- und Artenschutz seien Massnahmen wie das Deponieren von Stein- und Asthaufen vorgesehen.

Warum es gebaut wird

Das neue Reservoir Königshof fasst dereinst 4000 Kubikmeter Wasser und weist zusätzlich eine Löschwasserreserve von 1000 Kubikmetern auf. Der Neubau ersetzt die beiden alten Reservoirs Steingruben an der Bergstrasse und dasjenige am Gisihübeli. Zusammen mit der Pumpstation Aarmatt und dem Reservoir Bleichenberg übernimmt dann das neu erstellte Reservoir Königshof die Wasserversorgung untere Zone Solothurn Zuchwil. Mit der Inbetriebnahme rechnet die Regio Energie Solothurn 2022. (ww)

Es dürfte zwei Jahre lang dauern

«Wir rechnen damit, dass wir das Reservoir bis im April 2022, also nach zwei Jahren, in Betrieb nehmen können», meint Projektleiter Lochbrunner zur eigentlichen Bauzeit. Wobei natürlich vor dem Hintergrund der Corona-Krise zusätzliche Verzögerungen nicht ganz auszuschliessen seien.

Immerhin eine Konstante ist der Regio Energie Solothurn trotz der vier Jahre Rückstand auf die ursprüngliche Marschtabelle geblieben: «Die Gesamtkosten sind immer noch mit 8 Mio. Franken veranschlagt», bestätigt Lochbrunner das ursprüngliche Budget für diese Langzeit-Investition.
Natürlich ist es mit dem Bau des eigentlichen Reservoirs, das wie sein Pendent im Bleichenberg genau auf der 500-Meter-Höhekurve zu liegen kommt, noch nicht getan. Das Gefälle wird über einen neuen Leitungsstrang von 40 cm Durchmesser ausgenützt. Dieser führt vom Königshof oben entlang der Allee stadteinwärts, bis er den Anschluss- und Knotenpunkt zum Hauptstrang am Herrenweg beim Altwyberhüsli erreicht.

Deshalb sind auch bereits auf verschiedenen Strassenabschnitten wie der Bergsstrasse oder Amanz-Gresslystrasse Vorarbeiten für den Leitungsbau im Gange. «Diese werden in Etappen ausgeführt», erklärt der Projektleiter weiter. Trotzdem könne es je nach Stand der Arbeiten zu Verkehrsbehinderungen kommen, will Lochhammer solche in den nächsten zwei Jahren im Steingrubenquartier keineswegs ausschliessen.

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