Solothurn

«Nach schlaflosen Nächten hatte ich die zündende Idee» — so die Geschäftsführerin über die Heso-Sonderschau

Am Freitag wurde die Heso-Sonderschau eröffnet.

Am Freitag wurde die Heso-Sonderschau eröffnet.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Konzept für die Sonderschau aus der Feder des Solothurner Atelier Herzog stammt. Doch die Situation dieses Jahr war komplett anders.Wegen der Coronavirus-Krise warf Geschäftsführerin Liliane Herzog das eigentliche Konzept über den Haufen und überzeugte die Verantwortlichen von einem ungewöhnlichen Plan B, dem man jetzt überall in der ganzen Stadt begegnet.

Liliane Herzog, vom Atelier Herzog, hat die HESO-Sonderschau entwickelt.

Liliane Herzog, vom Atelier Herzog, hat die HESO-Sonderschau entwickelt.

Ist es übertrieben, zu sagen, dass es ohne Sie die 29 Wappen in der Stadt nicht geben würde?

Liliane Herzog: Das kann man tatsächlich so sagen (lacht). Wobei die Idee und somit der Impuls zwar von mir kam, der Rest war dann aber Teamarbeit von allen Beteiligten.

Wann haben Sie realisiert, dass die eigentlich geplante Sonderschau nicht durchgeführt werden kann und dass es einen Plan B braucht?

Als der Lockdown begann, war ich noch zuversichtlich, doch dann wurde die Messe BEA in Bern abgesagt, und mir fiel es im April wie Schuppen von den Augen, dass das Coronavirus auch für die HESO und damit für die Sonderschau zum Problem wird. Zwei, drei Nächte konnte ich nicht schlafen, bis ich aus dem Überlebenstrieb heraus die zündende Idee hatte: Wieso die Ausstellung nicht nach draussen verlagern? Zuerst dachte ich an den Schanzenplatz bei der Reithalle, dann dachte ich grösser, und jetzt ist es so weit gekommen: Die Wappen sind über die ganze Stadt verteilt und damit sichtbar.

War es schwierig, die Verantwortlichen von der Idee zu überzeugen?

Im Gegenteil. Der Plan stiess sofort auf Zustimmung, und ich habe noch nie eine so gute Kooperation mit der Stadt erlebt. Alle zogen am gleichen Strick, und gemeinsam überwanden wir die Herausforderungen. Auch dank der Unterstützung des Kantons und verschiedener Institutionen.

Die waren?

Die grösste Hürde war, die Standorte für die 27 kleinen und 2 grossen Wappen zu finden. Die Elemente dürfen weder die Feuerwehr noch die Polizei bei allfälligen Einsätzen behindern sowie auch keine Schaufenster verdecken und damit Leute verärgern. Wir haben gute Lösungen gefunden, auch wenn jetzt nicht so viele Wappen in der Altstadt stehen wie in unserer Wunschvorstellung zu Beginn des Projekts.

Die HESO 2020 wurde bekannterweise abgesagt, wieso braucht es dennoch die Sonderschau?

Die Sonderschau ist ein wichtiges Signal. Einerseits von der HESO: Vergesst uns nicht, wir kommen wieder. Anderseits auch vom Gewerbe der Region: Hey, wir sind noch da und lassen uns nicht unterkriegen. Für die Unternehmen bietet die diesjährige spezielle Sonderschau auch eine einmalige Gelegenheit.

Welche?

Das Wappen der GAW steht mitten auf dem Friedhofplatz. Ein Ort, an dem die Firma sonst nie die Möglichkeit hätte, Werbung zu platzieren. Es gibt den Unternehmen in der schwierigen Zeit eine schöne Plattform.

Die Idee mit einer Ausstellung über die ganze Stadt macht in Solothurn Schule. Zuerst Zart, jetzt die Sonderschau und im Frühling dann noch die Fasnächtler mit Fart. Ein Konzept für die Zukunft?

Je länger ich mich damit auseinandersetze, desto mehr erkenne ich das Potenzial an diesem Konzept. Es bringt Leute in die Stadt und regt zu Diskussionen an. Wir müssen aber schauen, inwiefern dies in Nichtkrisenzeiten weiter möglich ist. Ob die Behörden auch dann grünes Licht geben. (fvo)

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