Solothurn Wetter

Nach der Schafskälte kochte der Juni über

Die letzte Juni-Woche bescherte der Badi Traumfrequenzen und am Sonntag rekordverdächtige 6770 Eintritte.

Die letzte Juni-Woche bescherte der Badi Traumfrequenzen und am Sonntag rekordverdächtige 6770 Eintritte.

Lange deutete in diesem Juni wenig auf Badewetter hin. Doch die letzte Woche des Monats hatte es mit Rekordhitze und sieben Tage fast wolkenlosem Sonnenschein in sich. Dennoch gab es keinen Rekord-Juni, auch wenn er zu trocken blieb.

Mit einem Monatsmittel von 20,3 Grad landete der Juni 2019 beim Vorjahreswert und war zwar fast 2 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt, aber – überhaupt nicht rekordverdächtig. Zum wärmsten Juni aller Zeiten, demjenigen von 2003 mit einem Monatsmittel von 23,7 Grad, fehlen der diesjährigen Ausgabe immerhin satte 3,4 Grad. Beunruhigender ist der fehlende Regen: Mit nur 65,2 Litern pro Quadratmeter im Wallierhof und 56 Litern in Solothurn geht es in die nächsten zwei Sommermonate – damit brachte es der Juni nur auf knapp die Hälfte des langjährigen Durchschnittswerts.

Verregnete Pfingsten

Vergessen geht angesichts der jüngsten Hitzewelle, dass der Juni über weite Strecken eine Fortsetzung des kühlen Mais war. Zwar blieben die ersten fünf Tage noch im sommerlichen Bereich mit Tagesmaxima bis 30 Grad, dann aber bestimmten Tiefdruckgebiete zunehmend die Szenerie. Ausgesprochen nass und kühl verliefen vor allem der Pfingstsonntag und -montag sowie der anschliessende Dienstag, als vom 9. bis 11. Juni rund 30 Liter Regen und damit die Hälfte der Monatsmenge herunterkamen. Eine Phase, die typischerweise auch «Schafskälte» genannt wird. Auf die Monatshälfte hin bestimmten wieder Gewitterschauer und gedämpfte Temperaturen das Geschehen, und das Fronleichnams-Wochenende bescherte ebenfalls noch kein Badi-Feeling.

Grüsse aus der Sahara

Die letzte Juniwoche brachte dann allerdings einen Heissluft-Vorstoss direkt aus der Sahara und «garniert» mit Staub aus der grossen Wüste. Sieben Tage lang kletterten die Temperaturen weit über die 30-Grad-Marke; 35 wurden nach Tropennächten am Mittwoch, 26., Donnerstag, 27. und Sonntag, 30. Juni locker geknackt. Nach einem glühend heissen Märetfescht platzte am Sonntag die Badi aus allen Nähten – so verputzten rekordverdächtige 6770 Gäste allein weit über 400 Kilo Pommes-frites, und auf der nun 22 Grad warmen Aare schaukelte eine wahre «Aarmada» von Gummibooten flussabwärts.

Das wars wohl mit der Hitze

Das bleibt vorderhand noch so, allerdings mit Temperaturen von "nur" noch maximal 30 Grad. Das Wochenende könnte schon angefeuchteter verlaufen und dann sehen die Modelle eher kühle Nordseeluft in unseren Breitengraden. Da liegt auch immer ein Schauer drin, und richtig nass könnte es sogar auf Mitte Juli werden – ein Hitzesommer scheint sich derzeit kaum anzubahnen.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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