Solothurn

Mit zwei Konzerten feiert die Kantorei Stadtkirche ihr Jubiläum

Kantorei der reformierten Stadtkirche Solothurn feiert das 30-jährige Jubiläum. (Archivbild)

Kantorei der reformierten Stadtkirche Solothurn feiert das 30-jährige Jubiläum. (Archivbild)

Seit 30 Jahren gibt es die Kantorei Stadtkirche Solothurn. An diesem Wochenende gaben sie zwei Konzerte zu ihrem grossen Jubiläum.

Die Kantorei der Stadtkirche beging am Wochenende mit zwei Konzerten und ihrer stimmungsvollen Jubiläumsfeier im Kapuzinerkloster ihr 30-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt stand die Uraufführung von vier Liedern, gedichtet von der Solothurner Lyrikerin Olga Brand (1905–73), und vertont vom Solothurner Urs Joseph Flury (geb. 1941). Unter dem Titel «... und denk, ich sei ein Baum» breitet sich vor den Zuhörenden ein liebevoller, fantasiereicher Blick in die Natur und in ihre Jahreszeiten aus.

Der 25-köpfige A-cappella-Chor Kantorei unter der seit seiner Gründung inspirierenden Leitung von Markus Cslovjecsek interpretierte den vierteiligen Zyklus mit «Frühling», «Sommerglück», «Herbstabend» und «Winterwunsch» mit der ihm eigenen Feinfühligkeit, Ausdrucksfrische und tonaler Sicherheit. Die Sprachbilder von Olga Brand vermittelten der neuromantischen Flury-Komposition plastische Fülle. In ihrem eigenständigen Klang bezaubernd eingefügt war die Solo-Violine von Alexandre Dubach und das Akzente setzende Spiel von Elisabeth Kaufmann an den grossen Röhrenglocken sowie der pulsgebenden kleinen Percussion. So entstand eine reizvolle Tonmalerei, die den inneren Blick auf die Vielfalt des Lebens schärft. Ergänzt wurde das Konzertprogramm durch eine Wiederaufführung der Flury-Komposition für den Chor aus dem Jahr 2017 «The frozen People», die sprachliche Dramatik des amerikanischen Autors Nelson Truman (1911–87) eingebunden in Musik erleben lässt. Sie ist gleichfalls instrumentiert für grosse Glocken und Violine. Solist Alexandre Dubach ergänzte als langjähriger Freund des Chors das Konzert mit einer «Caprice» für Solovioline von Niccolo Paganini (1782–1840), technisch und musikalisch etwas vom Feinsten der Geigenliteratur, wie das Publikum begeistert feststellte.

Auch Finanzknappheit verlangt eine neue Organisationsstruktur

Gründungsmitglied Peter Bürgi umriss in der samstäglichen Jubiläumsfeier die Philosophie der Kantorei, die sich neben der Mitwirkung in Gottesdiensten vor allem einer anspruchsvollen Konzerttätigkeit widmete und dabei auch die Pflege der Gemeinsamkeit nicht vergass. Cslovjecsek erinnerte dankbar an die fruchtbare Zusammenarbeit mit vielen Musikschaffenden aus der Region, die finanzielle und ideelle Unterstützung von zahlreichen Seiten und aus den eigenen Reihen. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit muss sich die Kantorei nun auf eine neue Basis stellen. Unter dem Präsidium von Chormitglied Fabian Gut wurde ein Trägerverein gegründet, weil sich die Zusammenarbeit mit der reformierten Kirchgemeinde ändert. «Wir hoffen aber, dass es weitergeht», hiess es dazu aus Chorkreisen.

Auf Anfrage erklärte Kirchgemeindepräsidentin Barbara Fankhauser, dass sich die Haltung zur Kantorei-Tätigkeit verändert hätte. Auch knappere Finanzen spielten eine Rolle. Der Kirchgemeinderat bevorzuge künftig eine projektartige Organisation, die Chorbeteiligungen an Gottesdiensten überall in der Kirchgemeinde ermögliche. Über eine weiterhin enge Zusammenarbeit sei man im Gespräch. Die finanzielle Hilfe für 2020 bleibe zum Teil erhalten, und das Probelokal Johannes-Saal sei gewährleistet.

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