Umfrage in Solothurn

Mehrheit der Befragten ist für Maskenpflicht im öV, Clubschliessungen und strengere Massnahmen

Die Mehrheit der Solothurnerinnen und Solothurner wünscht sich in Betrachtung der aktuellen Situation strengere Massnahmen.

Die Mehrheit der Solothurnerinnen und Solothurner wünscht sich in Betrachtung der aktuellen Situation strengere Massnahmen.

Wie zufrieden sind die Solothurnerinnen und Solothurner mit den getroffenen Massnahmen? Diese Zeitung wollte es genauer wissen. Eine kleine Umfrage in der Stadt Solothurn zeigt, dass sich die Mehrheit eine Maskenpflicht im öV und die Durchsetzung strengerer Massnahmen wünscht.

Es ist ein sonniger Mittag am Aaremürli in Solothurn. Zwei Studentinnen, die soeben ihre letzte Prüfung absolviert haben, schlendern ihre Fahrräder stossend über die Brücke. Die Erlassung strengerer Massnahmen sei angebracht, kristallisiert sich aus dem Gespräch heraus. Die 25-jährige Studentin argumentiert, dass zwar kein totaler Lockdown, aber mehr Homeoffice und das Verbot von Grossanlässen von Nöten seien. Die Clubs sollten wieder geschlossen werden, das ist die klare Meinung beider jungen Frauen. «Vergleicht man die nun wieder ansteigende Kurve mit der ersten, so ist es fast etwas lächerlich, jetzt einen Club aufzumachen», betont die eine Studentin. Von ihrer Freundin wird kritisiert, dass durch die Abgabe der Verantwortung des Bundes an die Kantone der Informationsfluss eher schlechter geworden sei. «Niemand weiss genau, was jetzt los ist.» Der Bund habe seine Sache eigentlich gut gemacht und klar informiert, der Kanton tue das weniger.

Befragung zu Corona-Massnahmen in Solothurn

Ein 60-jähriger Günsberger, der sich gerade auf der Suche nach der UBS-Filiale befindet, spricht sich klar für strengere Massnahmen aus. Dazu gehört sowohl die Maskenpflicht im öV, als auch die Schliessung der Clubs. Würde diese nicht umgesetzt, müsse beim Eintritt mindestens ein Arztzeugnis vorgewiesen werden, welche eine Nichtinfektion mit dem Virus attestiere, lautet seine Position.  

Ein Pärchen sitzt gemütlich auf dem Aaremürli. Die beiden erachten eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr als sinnvoll. Die 20-jährige Aileen Jenni argumentiert dafür, da «die Distanzregelung im öV nicht eingehalten werden» könne. Der danebensitzende Joel Arni pflichtet seiner Freundin bei. Zudem sei die «Hemmschwelle, die Maske zu tragen bei einer Pflicht viel kleiner, als dies beim freiwilligen Maskentragen der Fall sei.» In der Deutschschweiz trügen schon sehr wenige eine Maske. Die Clubs sollten jedoch nicht wieder schliessen, das würde nur Proteste generieren, argumentiert Aileen Jenni.

Eine ID-Pflicht sei dabei aber ein Muss, auch die Covid-App sollte installiert sein. Für die junge Frau ist vor allem die Rückkehr in Richtung Normalität sehr wichtig: «Die Gesellschaft ist sehr individuell, viele Menschen sind psychisch krank, und für diese ist die Situation nochmals eine ganz andere. Man muss auf alle Rücksicht nehmen, da neben Corona auch die Selbstmordrate und die Anzahl psychischer Erkrankungen steigt.»

Zwei Jungs widmen sich gerade einer Pizza und einem Sandwich, bevor sie sich kurz für die Befragung Zeit nehmen. Beide fahren einen Kurs in Richtung «zu schnelle Lockerungen» und eine Schliessung der bereits geöffneten Clubs. Zudem befürworten sie anstelle der kantonsabhängigen eine Einheitslösung. Während Cedric sofort für eine Maskenpflicht im öV plädiert, spricht sich Raphael nur zögerlich für eine solche aus und ändert seine Angabe daraufhin zu einem «nein» zur Maskenpflicht. 

Drei Herren über 40 essen weiter unten an der Aare ihren Zmittag. Der Stadtsolothurner in der Mitte ist der einzige, welcher die Öffnung der Clubs nicht als eine übereilte Lockerung einstuft. Zudem ist es dem 53-jährigen wichtig, dass die Bevölkerung «nicht durchdreht»; schliesslich gebe es Profis, die sich auskennen und dementsprechend Entscheidungen treffen würden. Es sei folglich nicht an ihm, die Massnahmen für angemessen einzustufen. Sein 45-jähriger Kollege aus Biel hält punktuell strengere Massnahmen für sinnvoll und erachtet die Wiedereröffnung der Clubs als unangemessen — ein Standpunkt, welchem sich der ganz links sitzende Rohrbacher anschliesst. Die beiden argumentieren zusätzlich - im Gegensatz zum Stadtsolothurner - dass auch die Übergabe der Verantwortung an die Kantone ein weniger sinnvoller Schritt gewesen sei.

Regionen Olten und Grenchen befürworten Club-Schliessung

Nachdem diese Zeitung auf Facebook die Meinung der Leserinnen und Leser aus der Region Olten zum Thema Clubschliessung erfragte, zeichnete sich in den Kommentaren deutlich ab: Die Menschen aus der Region Olten plädieren für eine Schliessung.

Die Leserinnen und Leser der Region Grenchen sind sich hingegen weniger einig: Bisher wird die Schliessung von zwei Personen befürwortet, es gibt jedoch auch Stimmen, die dagegen halten. 

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