Im Entwicklungsperimeter Weitblick wird langsam aber sicher der Wandel sichtbar. So lassen erste Strassenzüge bereits erahnen, wie es in den kommenden Jahrzehnten im Westen der Stadt aussehen wird. Ausserdem rüstet man sich auch aus schulischer Sicht für die neuen Realitäten. Es ist die Rede von Lebensraum für rund zusätzliche 1700 Menschen – entsprechend rechnet auch die Schuldirektion anhand ihrer Schulraumstrategie mit steigendem Platzbedarf.

Im Schulkreis Brühl soll deshalb neuer Schulraum entstehen – ein Neubau wird künftig einen Doppelkindergarten beherbergen. Ausserdem soll die Tagesschule aus dem heutigen Schulgebäude Brühl dorthin ausgelagert werden.

Raumreserven schaffen

Der Neubau ist südöstlich auf dem Schulareal des «Brühl» geplant. «Auf diese Weise kann der Schule mehr Schulraum im bestehenden Primarschulhaus zur Verfügung gestellt werden und den neuen Bedürfnissen an zusätzlichem Raum für Tagesstrukturen entsprochen werden», heisst es im vorliegenden Raumplanungsbericht. Man rechnet nämlich damit, dass angesichts der Entwicklung der Schülerzahlen Raumreserven nötig werden könnten.

Entsprechend hat die Stadt auch die nötige Anpassung des Gestaltungsplans zur Einsicht und öffentlichen Mitwirkung aufgelegt. So wird ein neuer Baubereich auf der Schulsportfläche für den Neubau ausgeschieden. Wie Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamtes, auf Anfrage informiert, bleibe auch nach der Realisierung des Neubaus noch eine ausreichende Rasenfläche bestehen, die gut für den Schulsport und die Pausenaktivitäten wie Fussball genutzt werden kann: «Der Verlust der Fläche ist verkraftbar», so Lenggenhager. «Der rote Sportplatz bleibt in seiner ganzen Grösse erhalten.»

Kostendach 7,5 Mio. Franken

Im Juli 2017 wurde das Projekt in einem Projektwettbewerb ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt im Frühjahr 2018 eine junge Badener Architektengruppe, die aufgrund dieses ersten Auftrags das gemeinsame Büro Kollektiv Marudo gründete. Für die Landschaftsgestaltung wird Planivers Landschaftsarchitektur verantwortlich zeichnen. Der zweigeschossige Neubau von maximal 7,5 Metern Höhe und knapp 50 Metern Länge soll sich in die bestehende Bebauungsstruktur des Quartiers eingliedern.

Das voraussichtliche Kostendach umfasst Investitionskosten in der Höhe von 7,5 Mio. Franken. Die Verkehrserschliessung sowie die bestehende Infrastruktur bleiben erhalten, laut Raumplanungsbericht wird mit keinem nennenswerten Mehrverkehr gerechnet.

Auch neue Parkplätze seien keine neuen nötig. Ein Vorplatz südlich des Neubaus ermöglicht über die Brühlstrasse neu die Anlieferung der Catering-Ware für die Tagesschule. Strassenseitig soll ein Zaun verhindern, dass Kindergartenkinder auf die Strasse rennen. Für die Beheizung kann der Neubau an die Wärmeerzeugung der Schulanlage Brühl angeschlossen werden.

Wie Lenggenhager informiert, ist die Kreditbewilligung auf die Gemeindeversammlung diesen Juni und die Urnenabstimmung im Herbst terminiert. Der voraussichtliche Baubeginn wäre dann im Mai 2020 und die Inbetriebnahme Ende Juli 2021.

Die Unterlagen liegen bis 4. April auf dem Stadtbauamt zur Mitwirkung auf. Zudem kann das Dossier unter www.stadt-solothurn.ch («Aktuelles») eingesehen werden.